Mendelssohns Elias wurde zu einem stimmigen Gesamterlebnis in der vollen Kirche

Klangfarben der Klangreise

Mächtiger Klangkörper mit großer Gestaltungskraft: Die Kantoreien Wolfhagen und Marburg in der Wolfhager Stadtkirche beim Auftakt der Klangreise. Fotos:  Löschner

Wolfhagen. Was liegt näher, als eine Mendelssohn- Klangreise durch den gesamten Kirchenkreis mit dem Elias zu beginnen? Ebenso groß angelegt wie die Klangreise mit ihren 32 Konzerten ist das Oratorium des 1847 verstorbenen Komponisten, das am vergangenen Sonntag zum Auftakt der Klangreise in der Wolfhager Stadtkirche gespielt wurde.

Unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Bernd Geiersbach agierten die Wolfhager Kreiskantorei, die Kantorei Marburger Land, das Kammerorchester Marburg Plus und Gesangssolisten als großes homogenes Ensemble, das klanglich und musikalisch einen weiten Bogen über die alttestamentarischen Texte spannte.

Von lyrisch ausgestalteten Arien mit kammermusikalischer Begleitung bis zum großen Chorsatz, bei dem die Kantoreien und das voll besetzte Orchester im Fortissimo als gleichberechtigte Klangkörper überzeugten, gelang in Wolfhagen eine ausgewogene und facettenreiche Aufführung – vom Publikum in der voll besetzten Stadtkirche mit langem Applaus und Jubel quittiert. Neben Chor, Orchester und Bernhard Knieling an der Orgel schöpften die Gesangssolisten in den teils umfangreichen Arien ihre Gestaltungsmöglichkeiten aus. Allen voran Bass Johannes Schwärsky gab der Rolle des Elias gebührendes Gewicht, Tenor Florian Brauer, Traudl Schmaderer (Sopran) und Uta Grunewald (Alt) standen dem nicht nach, versahen ihre Rollen mit lyrischer Wärme. Auch die Engel aus den Reihen des Chores (Anne Petrossow, Claire Bénard, Ralf Wicke und Raphael Greim) fügten sich nahtlos ein und sorgten für zusätzliche Klangfarben.

Dezente Farbakzente, die die jeweilige Atmosphäre der Musik unterstrichen, setzten Bernd Geiersbach und sein Team auch durch die wechselnde Beleuchtung in der Kirche – ein Effekt, der angenehm zum künstlerischen Gesamterlebnis beitrug.

Auch die aus der Oper bekannten Texttafeln stellen für das Publikum einen praktischen Service dar. Die Klang-reise geht bereits am nächsten Sonntag in der Evangelischen Kirche in Oelshausen mit Bernhard Knieling an der Orgel, dem Chor vocEterna und dem Duo Harp’n Feádog weiter.

Von Markus Löschner

Quelle: HNA

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