600 Thüringer Bratwürste mit im Gepäck

500 Menschen feierten in Körle die Partnerschaft mit Floh-Seligenthal

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Ralf Holland-Nell (links) Bürgermeister aus Floh und Mario Gerhold aus Körle. Übergabe des Partnerschaftsschildes für den Ortseingang von Floh und auch der eigenen Gemeinde Körle von Bürgermeister Gerhold als Geschenk an seinen Amtskollegen.

Körle. 500 Besucher feierten am Tag der Deutschen Einheit die Partnerschaft zwischen Körle und Floh-Seligenthal in Thüringen. Mit dabei waren auch 160 Thüringer Gäste.

Ralf Holland-Nell, Bürgermeister aus Floh-Seligenthal, hatte 600 Thüringer Bratwürste und 300 Rostbrätel im Gepäck. Der Körler Gesangverein intonierte zu Beginn die Besonderheit der Feier: „Dieses ist ein großer Tag“.

Bürgermeister Mario Gerhold aus Körle erinnerte an die ersten Kontakte durch die Feuerwehren der beiden Gemeinden und an seine Amtsvorgänger Fritz Ochs und Peter Fräbel, die 2001 die erste offizielle Partnerschaftsurkunde unterzeichneten. Das Saatkorn der Freundschaft der Gemeinden wurde durch die verwandtschaftlichen Beziehungen der Familien Maifarth aus Körle und Groß aus Floh 1989 gelegt.

In einer Notiz von Walter Groß hieß es: „Floh sucht Kontakt zu einer Gemeinde in der BRD, hat aber noch keine Verbindungen, Tel.Nr. Schmalkalden 4010.“ Damals waren Telefonate zwischen den beiden deutschen Staaten noch nicht selbstverständlich.

Baby aus Ost und West

Im Takt: Die Linedance-Gruppe der Feuerwehr Empfershausen.

Aber 1990 erfolgten die ersten Besuche. Seitdem gibt es viele Freundschaften und gemeinsame Feste. Auch ein junger Mann aus Körle, Benjamin Dudszus, und eine junge Frau aus Floh, Anja Dudszus geborene Rebell, belegen mit ihrem Nachwuchs den Zusammenhalt der Gemeinden. Als äußeres Zeichen der Partnerschaft wurde vor 25 Jahren eine Eiche in Floh gepflanzt. Damals, so berichtete Bürgermeister Gerhold, hatte diese Eiche einen Durchmesser von acht Zentimetern, heute sind es mehr als 40.

Die Bürgermeister Gerhold und Holland-Nell unterzeichneten eine Urkunde zum 25-jährigen Bestehen der Freundschaft. Äußeres Zeichen war ein spontaner, gemeinschaftlicher Auftritt des Gesangvereins Körle und der Männerchorgemeinschaft Floh-Seligenthal: Sie sangen das Rennsteiglied und die Nationalhymne.

Zeitzeugen berichteten

Beeindruckt von den Feierlichkeiten war auch Ernst Erbeck, 81, ein Mann der ersten Stunde. Er hat noch miterlebt wie das Körler Gemeindeparlament in Floh eine öffentliche Sitzung abhielt, wo zum Beispiel der Haushaltsplan verabschiedet wurde. Von den Anfängen berichtete auch Werner Stengel aus Floh, in dessen Wohnzimmer sich die erste SPD-Gruppe getroffen hatte. „Ich war beim Werkzeugkombinat Schmalkalden beschäftigt, und wir haben Werkzeuge für Solingen/Remscheid geschmiedet. Unsere Devise war: Wir dürfen nicht zumachen. Damals hatten wir 850 Beschäftigte, heute sind es 160.“

Musikalisch unterhielten der Musikzug Rot-Weiß Körle, die Egerländer Musikanten und eine Gruppe namens „ s’ ahle Blech“. Eine Bilderschau „25 Jahre Partnerschaft“ sowie ein Überraschungsauftritt der Linedance-Gruppe der Feuerwehr Empfershausen rundeten die Feierlichkeiten ab.

Von Hannelore Braun

Quelle: HNA

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