539 Menschen im Landkreis Kassel sind pleite

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Wolfhager Land. Die Zahl der Menschen, die sich vor dem Hintergrund einer drohenden Privatinsolvenz beraten lassen, ist im Jahr 2014 deutlich gestiegen.

Das geht aus einer Statistik des Landkreises Kassel hervor. So haben im vergangenen Jahr 739 Personen professionelle Hilfe in Anspruch genommen, ein Jahr zuvor waren es 591 Kreisbewohner. Die Zahl der tatsächlichen Insolvenzen allerdings blieb nahezu unverändert.

Das Amtsgericht Kassel eröffnete im vergangenen Jahr 441 neue Anträge auf Privatinsolvenz. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Anstieg um fünf Prozent. Von dieser Gruppe zu unterscheiden sind diejenigen Personen, die im Jahr 2014 und davor bereits zahlungsunfähig waren - hierbei handelt es sich im Kreis um 539 Frauen und Männer. An 32 Prozent von ihnen stellen bis zu zehn Gläubiger finanzielle Forderungen, ihnen schulden die Betroffenen mehr als 40 000 Euro. Die meisten Schuldner leben in Baunatal (68 Personen). In Wolfhagen sind es 44 Personen, in Bad Emstal 16, in Naumburg elf und in Breuna, Habichtswald und Zierenberg jeweils neun.

Die Zahl der Beratungen ist höher als die Zahl der Insolvenzen. „Ungefähr die Hälfte der Hilfesuchenden lässt sich vor dem Hintergrund einer drohenden Privatinsolvenz beraten“, sagt Kreispressesprecher Harald Kühlborn. Bei ihnen lasse sich die Zahlungsunfähigkeit unter Umständen noch abwenden.

„Arbeitslosigkeit und Scheidung können zum Beispiel Gründe für eine Verschuldung sein, die schließlich in eine Privatinsolvenz führen können“, sagt Marion Schmidt, Juristin bei der Verbraucherzentrale Hessen. Sie berät Personen und steht ihnen mit Tipps bei der Frage zur Seite, wie die Betroffenen mit ihrer Zahlungsunfähigkeit umgehen sollten und welche Möglichkeiten sie haben.

Hintergrund: 

Ein Insolvenzverfahren wird eröffnet, wenn eine Person überschuldet oder zahlungsunfähig ist, sagt Matthias Grund, Pressesprecher und Richter am Amtsgericht Kassel.

Ziel sei es dann, die Gläubiger bestmöglich zufrieden zu stellen. Der Schuldner hat die Chance auf eine Restschuldbefreiung. Das bedeutet, dass nach einem Zeitraum von etwa fünf bis sechs Jahren, in dem der Betroffene versucht hat, seine Schulden zu abzubaun, er von den noch nicht beglichenen Schulden befreit werden kann. Dafür muss er einen Antrag stellen, den das Gericht zulassen kann.

Das Verfahren berücksichtigt nur die Schulden, die zu Beginn offengelegt wurden, nicht aber neu entstandene. (jda)

Von Johanna Daher

Quelle: HNA

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