Tiefe Betroffenheit und Angst nach dem Terroranschlag in New York vor zehn Jahren

Menschen unter Schock

Bestimmte die Schlagzeilen: Vor zehn Jahren war der Terroranschlag in den USA auch in der Wolfhager Allgemeine das zentrale Thema. Foto: nh

Wolfhager Land. Die Schockwelle nach den Flugzeugeinschlägen in New York rollte vor zehn Jahren auch übers Wolfhager Land. Eine Umfrage der HNA/Wolfhager Allgemeinen am Nachmittag, kurz nach Bekanntwerden der Katastrophe, spiegelte die Besorgnis der Leute wieder.

Tiefe Betroffenheit angesichts der vermuteten Opfer - die Zahl wurde im Minutentakt von den Nachrichtenagenturen nach oben korrigiert - mischte sich mit der Befürchtung, dass es zum Krieg kommen werde, dass die USA zurückschlagen und die Länder, die im Verdacht standen, den islamischen Terrorismus zu unterstützen, angreifen würden.

Schlangen vor den Zapfsäulen

Die Sorge, dass es zu einer weltweiten Krise kommen könnte, war groß und zeigte sich am deutlichsten an den Tankstellen: Dort wurde gehamstert, aus Angst, der Sprit könnte knapp werden und die Benzinpreise könnten explodieren. Von teilweise chaotischen Zuständen an den Zapfsäulen berichtete die Wolfhager Allgemeine vor zehn Jahren. Vor allem während des Feierabendverkehrs sei die Situation extrem gewesen.

Vor den Tankstellen bildeten sich lange Schlangen. Viele Autofahrer, die nun im Radio von dem Anschlag in den USA erfuhren, füllten den Tank ihres Autos randvoll, Reservekanister waren gefragt, um einen Notvorrat anzulegen.

Die Straßen waren ab dem späten Nachmittag auffällig leer. Auch im Wolfhager Land verfolgten die Menschen vor den Fernsehern die Berichte über den Terroranschlag, die auf allen Kanälen bestimmendes Thema waren.

Schweigemärsche

Und auch am folgenden Tag drehte sich alles um die Terroranschläge. Es war ein Tag des Nachdenkens, der Trauer, der Betroffenheit. In den Schulen verzichtete man meist auf Unterricht nach Stundenplan, statt dessen wurde das am Abend zuvor im TV gesehene thematisiert, auf die Ängste der Schüler eingegangen. Außerdem gab es spontane Schweigemärsche. In Bad Emstal stand am Wochenende die große Feier zum 25-jährigen Bestehen der Gesamtschule an. Es wurde abgesagt.

Feiern abgesagt

Gestrichen wurden auch andernorts Feierlichkeiten. So sagte man in Naumburg das Kurparkfest ab, bei dem am Abend ein Brillantfeuerwerk abgebrannt werden sollte. Völlig undenkbar sei eine derartige Feier, teilte man aus dem Rathaus mit, während die Welt das Entsetzen über die Terroranschlag kaum ausdrücken könne und der vielen Opfer gedenke.

Die Kirchen wurden zu Zufluchtsorten der Entsetzten, Trauernden und Verängstigten. Gemeinsam wurde gebetet und geschwiegen, Anteil genommen am Schmerz vieler Tausend Menschen.

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

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