Menschen werden immer älter - für Senioren gibt es zu wenig Wohnungen

Wolfhager Land. Im Landkreis Kassel fehlen bereits heute 9000 barrierearme Wohnungen für alte Menschen. Das geht aus der Studie „Wohnen 65Plus“ des Pestel-Instituts aus Hannover hervor.

Auch im Wolfhager Land ist der Bedarf groß. Allein in der Stadt Wolfhagen leben in einem Drittel der 5600 Haushalte, die beim Zensus 2011 erfasst wurden, Senioren. „Für sie müsste es rund 500 Wohnungen geben“, rechnet Matthias Günther, Vorstand des Pestel-Instituts, vor dem Hintergrund der aktuellen demographischen Entwicklung aus. „Gerade in kleinen Gemeinden gibt es einen großen Bedarf an seniorengerechten Wohnungen“, sagt Gabriela Vomund, zuständig für die Wohnungsbauförderung beim Landkreis Kassel. Doch wie viele Wohnungen im Wolfhager Land fehlen, darüber gibt es keine Statistik. Ein Grund: „Es gibt keine Pflicht, ein entsprechendes Zahlenwerk zu führen“, so Andreas Bohn, Leiter des Bauamtes Bad Emstal.

Ein weiterer Grund: Die Gemeinden und Städte dürfen sich nicht in den Wohnungsmarkt einmischen. Und die Wohnungsbaugesellschaften veröffentlichen keine Zahlen. „Klar ist, dass der Bedarf für solche Wohnungen größer wird. Dies bedingt zwangsläufig, dass entsprechende Umbaumaßnahmen notwendig werden“, sagt Thomas Raue, Bürgermeister der Gemeinde Habichtswald.

Wohnungsbaugesellschaften, Bauträger und Immobilienmakler im Wolfhager Land kennen den Trend. „Die Nachfrage ist groß“, so Makler Ted Blumenstein aus Bad Emstal. Es gebe aber zu wenige geeignete Wohnungen. Das bestätigt auch Luise Hartmann, Vorsitzende des VdK-Kreisverbandes Wolfhagen. Die Caritas könne in Naumburg nicht so viele Wohnungen stellen, wie nötig wären, so Ansgar Erb, Vorstand beim Caritasverband Fulda und verantwortlich für die Seniorenwohnanlage „Im Josefsgarten“. Es gebe eine Warteliste.

Von Nina Nickoll

Quelle: HNA

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