Leben gerettet: Ehrung für Eva Seitz und Walter Gießler aus Melsungen

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Ohne sie, wäre er nicht da: Eva Seitz und Walter Gießler, rechts, retteten zwei Menschen das Leben. Karl-Heinz Weinreich, Mitte, stünde wohl ohne das beherzte Handeln von Walter Gießler nicht mehr mit Landrat Winfried Becker und Bürgermeister Markus Boucsein, hinten von links, in Melsungen auf dem Königsplatz unter den Platanen.

Melsungen. Karl-Heinz Weinreich brach beim Umzug zum Heimatfest in Melsungen im Mai 2014 zusammen. Sein Schützenbruder Walter Gießler reagierte sofort. Er beatmete Weinreich und begann mit der Herzdruckmassage. Auch Eva Seitz hat im Melsunger Waldschwimmbad einem Mann das Leben gerettet.

Die beiden Melsunger erhielten jetzt von Ministerpräsident Volker Bouffier eine Belobigung.Nicht persönlich - der Ministerpräsident habe bekanntlich einen vollen Terminkalender, sagte Landrat Winfried Becker anlässlich der Übergabe der Urkunde im Sitzungssaal des Melsunger Rathauses.

„Das ist ein wunderbarer Termin“, sagte Markus Boucsein, Melsungens Bürgermeister. Denn beide Geretteten seien wohlauf. Karl-Heinz Weinreich war bei der Belobigung dabei. Es ist ein fantastisches Geschenk, dass ich hier sitzen darf“, sagte der 66-Jährige. Eigentlich sei er ein Jahr alt.

Denn damals im Mai 2014 sei es mit ihm schwarz, aus, Nikolaus gewesen. Dem Herzinfarkt folgte eine schwere Operationen und Monate der Rehabilitation. Bis heute habe er mit seinem Schützenbruder und Lebensretter Walter Gießler noch nicht über diesen heißen Tag im Mai reden können. Zu groß sei die Emotion. „Wir müssen dann beide weinen.“

Das war geschehen: 

Der 25. Mai 2014 war heiß und es war der Tag des Festumzuges des Heimatfestes. Die Schützenbrüder Walter Gießler und Karl-Heinz Weinreich waren seit Stunden voll im Stress. Der Zug setzt sich in Bewegung, die Carl-Braun-Straße hinunter. Plötzlich bricht Weinreich zusammen. Kollabiert. Walter Gießler reagiert sofort. Herzdruckmassage und Beatmung. „Ich habe weder rechts noch links was gesehen. Ich war so voll von Adrenalin“, sagt der 54-Jährige. Er könne sich nicht mal mehr an den Notarzt erinnern. Minuten, die sich wie Stunden fühlen.

Der Notarzt übernimmt nach langen Minuten die Reanimation. Alle Rippen gebrochen, schwere Operation und Reha. Walter Gießler hat alles richtig gemacht. Auch wenn er nur Monate zuvor einen Erste-Hilf-Kurs absolvierte: „Das spielt keine Rolle. Ich habe intuitiv gehandelt. Jeder kann das.“ Seine wichtigste Botschaft: „Einfach helfen, drauf los, falsch machen kann man nichts. Aber wer nicht hilft, macht alles falsch.“

Der zweite Fall: 

Auch die Apothekerin Eva Seitz hat alles richtig gemacht. Im Melsunger Waldschwimmbad sieht sie am 18. Juni 2013 wie ein Mann nicht vom Boden hoch kommt. Sie spricht ihn an, sieht, wie er das Bewusstsein verliert und die Lippen blau anlaufen. Die 52-Jährige schreit um Hilfe und beginnt mit Beatmung und Herzmassage. Erneut ruft sie um Hilfe. Der Schwimmmeister eilt zur ihr, übernimmt die Herzmassage.

Der Mann in den 70igern wird mit dem Notarztwagen in ein Krankenhaus gebracht. Eva Seitz steht im Schwimmbad. Aufgewühlt. Allein. „Es war ein besonderer Moment, wie positiv traumatisiert. In dem Augenblick, als sie den drohenden Tod des Mannes realisiert, ging ihr durch den Kopf: „Jetzt muss ich ran. Egal was ich mache, ich muss was tun.“

Ihr Appell: Helfen, nicht wegschauen.

Quelle: HNA

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