Vermietung an Asylbewerber geplant

Menschenwürdiger Wohnraum in Naumburg gesucht

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Leerstände im Fokus: Auch in der Naumburger Altstadt sind Wohnungen frei, potenzieller Wohnraum für Flüchtlinge. 

Naumburg. Leere Wohnungen auf dem Land und volle Gemeinschaftsunterkünfte des Kreises: Da sollten sich doch zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen lassen, sagte sich die Naumburger SPD und lud zu einer Info-Veranstaltung ein.

Man wolle informieren und Eigentümer von ungenutzten Wohnungen in Naumburg und den Stadtteilen motivieren, auch an Asylbewerber zu vermieten, erklärte Bernd Ritter zu Beginn der Veranstaltung, die zur Enttäuschung der Genossen nur von einem guten Dutzend Naumburgern besucht wurde. Als fachkundiger Gesprächspartner stand Udo Umbach bereit. Der Sozialdemokrat aus dem Stadtteil Elbenberg ist Mitglied des Naumburger Magistrats und als leitender Mitarbeiter der Landkreisverwaltung mit der Problematik fehlenden Wohnraums für Flüchtlinge vertraut.

Von privater Seite zur Verfügung gestellter Wohnraum könne einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Unterbringungssituation, die sich angesichts ständig steigender Flüchtlingszahlen verschärft, zu verbessern. Derzeit, so Umbach leben im Kreis 948 Menschen in Gemeinschaftsunterkünften, 343 Personen seien auf Vermittlung in Wohnungen untergebracht. In Naumburg lebten aktuell keine Asylbewerber.

Aus dem Publikum wurde gefragt, welche Standards eine Wohnung erfüllen müssen. Dazu Udo Umbach: Sie müsse „menschenwürdig“ sein und das bedeute ganz einfach „trocken und warm“. Die Messlatte hänge also nicht gerade hoch.

Drei Varianten

Ein Mitarbeiter des Landkreises sehe sich die Wohnung, die möbliert oder auch „blank“ sein könne, zuvor an. Gebe dieser sein Okay, könne der Vermieter unter drei Varianten wählen: Er schließt den Mietvertrag direkt mit dem Asylbewerber, der dann auch selbstverantwortlich die Miete zu zahlen hat. Vorteil für den Vermieter: Er kann sich den Mieter selbst aussuchen. Nachteil: Bei schlechter Zahlungsmoral läuft der Vermieter hinter seinem Geld her.

Variante zwei ist ähnlich. Allerdings tritt der Asylbewerber seinen Anspruch auf die Kosten für die Unterkunft an den Vermieter ab. Umbach: „Das Geld kommt dann direkt vom Amt.“ Dritte Möglichkeit: Nicht der Flüchtling, sondern der Kreis mietet an und ist Partner mit allen Rechten und Pflichten. Vorteil: Das Geld kommt zuverlässig. Nachteil: Der Mieter hat keinen Einfluss auf die Auswahl des Bewohners.

Und was ist der Kreis bereit zu zahlen? Man orientiere sich an der ortsüblichen Miete, erklärte Udo Umbach. „Es geht nicht, dass sich jemand damit eine goldene Nase verdient.“

Quelle: HNA

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