Unterlegener SPD-Kandidat lobt den Ortsverband

Merle: Würde alles wieder so machen

Am Wahlabend: Hans-Ulrich Merle enttäuscht, aber gefasst. Foto: Grede

Ottrau/Alsfeld. Im Jahr 2005 fehlten ihm rund 100 Stimmen, am Sonntag wenig mehr als 50, trotzdem werde er gewiss keinen dritten Anlauf nehmen, sagte Hans-Ulrich Merle gestern mit leicht sarkastischem Lachen. Der 48-jährige Sozialdemokrat und Verwaltungsfachangestellte aus Hattendorf unterlag dem parteilosen Norbert Miltz mit 48,3 Prozent (wir berichteten). Vor sechs Jahren hatte er gegen den jetzigen Amtsinhaber Heinz Grein (CDU) verloren.

Am Tag zwei nach der Niederlage war für Merle nicht vollständig klar, was passiert war. Offenbar habe es einen Lagerwahlkampf der Bürgerlichen gegen „die Sozis“ gegeben. Die neue Mehrheit der SPD gemeinsam mit der UWG in der Gemeindevertretung (siehe Hintergrund) bilde vermutlich den Hintergrund für die „völlig unerwartete Stimmenverteilung in der Stichwahl“.

Beteiligung nutze anderen

Der Gegenseite sei es gelungen, für eine ähnlich hohe Wahlbeteiligung zu sorgen, wie bei der Kommunalwahl: „Das war nicht zu meinem Vorteil.“

Zu spüren war laut Merle, dass sich binnen der zwei Wochen seit dem 27. März die Stimmung Tag für Tag veränderte. „So richtig böse war die Überraschung am Sonntag daher nicht“, so Merle gestern im Gespräch mit unserer Zeitung, er habe bereits 14 Tage Zeit gehabt, sich an den Gedanken des neuerlichen Scheiterns zu gewöhnen. „Das Kommunalwahlergebnis hat meinem Gegner gnadenlos in die Karten gespielt, die Ottrauer wollten nichts Neues ausprobieren“, so Merle zum Stichwahlausgang.

„Das Kommunalwahlergebnis hat meinem Gegner gnadenlos in die Karten gespielt, die Ottrauer wollten nichts Neues ausprobieren.“

Hans-Ulrich Merle

Über seinen weiteren politischen Einsatz außerhalb Ottraus sagte Merle nichts, nur, dass er in der SPD weiterarbeiten will. Selbstverständlich habe er sich nirgends eine Option offengehalten, stehe auf keiner Liste, „aber vom Typ her bin ich niemand, der sich um 19 Uhr aufs Sofa legt“.

Wunderschöne Zeit

An der Führung seines Wahlkampfs würde Merle auch nach der bitteren Erfahrung nichts ändern, „ich würde alles ganz genau so wieder machen“. Er sei von seinen Ideen und Ansätzen nach wie vor überzeugt. „Was die SPD Ottrau auf die Beine gestellt hat, ist beachtlich“, sagte Merle. Es sei in Ottrau eine wunderschöne Zeit gewesen, die er nicht missen wolle. Freundschaften seien entstanden, die er weiter pflegen werde.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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