Datenschutz soll gewahrt bleiben

Messfahrzeug fährt durch Homberg, um die Straßen zu fotografieren

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Rundumblick dank mehrerer Kameras: Um ein Straßenkataster aufzubauen, wird ein Messfahrzeug durch Homberg fahren. Unser Foto zeigt v.l Bürgermeister Dr. Nico Ritz, Projektverantwortlicher Kim Gebauer und Peter Capitain vom Ingenieur Büro Unger mit dem Fahrzeug. 

Homberg. Das Messfahrzeug der Firma „Eagle Eye Technologies“ ist sehr auffällig. Mit zehn Kameras und einem 3D-Laser-Scanner fotografiert es wohl bis Ende der Woche Straßen in Homberg.

Ziel der Aktion: ein digitales Straßenkataster aufzubauen, um so konkrete Zeitpläne zur Sanierung von Straßen und Kanälen zu entwickeln.

2000 Bilder pro Kilometer von Straßen, Gehwegen, Bäumen, Straßenschildern, sogar Regenläufen – auf 145 Kilometern fotografiert das Messfahrzeug die Gemeindestraßen in der Kernstadt und den Stadtteilen. Und erfasst so genau den Straßenbestand und -zustand.

Aus diesen Bildern sollen dann sogenannte Fachdaten entwickelt werden, um befestigte Flächen kategorisieren und den Straßenerhalt besser planen zu können. Mithilfe des Laserscanners kann die Lage und Höhe von Objekten bestimmt werden, erklärt Kim Gebauer, Vertriebsleiter von „Eagle Eye Technologies“. „Das ist vergleichbar mit einer herkömmlichen Vermessung.“

In den kommenden zehn bis 15 Jahren müsste die Stadt viel Geld in das Kanalnetz sowie die Ausbesserung von Straßen investieren, sagt Bürgermeister Dr. Nico Ritz. Mit einem Straßenkataster könne eine Prioritätenliste erstellt werden, beide Aufgaben zusammengeführt werden. Investitionen würden so besser planbar, erklärt Ritz den 105 000 Euro teuren Auftrag. „Wir wollen das systematisieren, um eine Bearbeitungsgrundlage zu haben.“ Nur so sei es möglich zu begründen, warum eine Straße saniert werde oder nicht.

Technik im Innern: Systemingenieur Malte Kügler überwacht Kameras sowie Messsystem und navigiert den Fahrer durch die Straßen von Homberg.

Täglich ist das Messfahrzeug deshalb mit zwei Mitarbeitern auf den Straßen unterwegs. Während einer fährt, navigiert und kontrolliert ein anderer die Aufnahmen der Kameras, die alle fünf Meter automatisch auslösen. Zweimal wird eine Straße abgefahren. So könne sichergestellt werden, dass jede Ecke und jeder Winkel auch erfasst wurde, sagt Gebauer.

Gearbeitet wird dabei aber nicht digital: „Wir nutzen Karten, um uns zurechtzufinden.“ So könnte besser nachvollzogen werden, welche Bereiche bereits abgefahren wurden, so Malte Kügler, der das Messsystem überwacht.

Zunächst erfasst „Eagle Eye Technologies“ nur den Bestand und wertet diesen aus, sagt Gebauer. Im Anschluss stehe der Stadt eine Geoinfrastruktur zur Verfügung, in die sie auch selbst Daten eintragen könnte. „Der Ruf nach digitalen Daten wird größer“, sagt Gebauer. So könne alles im Blick behalten und angemessen saniert werden. Da sich Straßen und Landschaften ändern, sei empfohlen, in einem Abstand von fünf bis sieben Jahren die Straßen erneut zu befahren, so Gebauer.

Über die Verwendung ihrer Daten müssten sich Bürger keine Sorgen machen. Der Datenschutz bleibe gewahrt, so Gebauer. „Wir sind im Auftrag der Stadt unterwegs. Die Bilder bleiben in Besitz der Stadt und werden nicht weitergegeben.“ Darüber hinaus ermögliche das Bearbeitungsprogramm, etwa Personen zu pixeln. Das Unternehmen versuche, überwiegend in verkehrsarmen Zeiten zu fahren, nach Vertragserfüllung würden die Daten gelöscht. „Das vorhandene Bildmaterial wird lediglich im Rahmen des Auftrages zur Erfassung kommunaler Infrastruktur verwendet“, schreibt „Eagle Eye Technologies“ in seiner Datenschutzerklärung.

Quelle: HNA

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