Bauern brauchen dennoch Regen

Meteorologe: Der März im Schwalm-Eder-Kreis war zu warm, aber nicht zu trocken

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Sammelt Daten: Günter Fickenscher, Diplom-Meteorologe, an seiner Wetterstation in Fritzlar.

Schwalm-Eder. Der März war warm und sehr sonnig, zu wenig geregnet hat esim Schwalm-Eder-Kreis aber laut dem Meteorologen Günter Fickenscher nicht.

Subjektiv empfinden es die Menschen anders, aber der März war auch im Schwalm-Eder-Kreis extrem warm und sehr sonnig, die Niederschlagsmenge lag aber im Bereich des langjährigen Durchschnitts. Regional gibt es aber Unterschiede. Zu diesem Ergebnis kommt der Fritzlarer Diplom-Meteorologe Günter Fickenscher, der seit Jahrzehnten Wetterdaten für die Region sammelt. Der 78-Jährige war bis 2000 Chef der Wetterwarte bei der Bundeswehr in Fritzlar.

Von einer Dürre, wie sie gerade für Südhessen befürchtet wird, könne man bei uns nicht sprechen, so Fickenscher.

Seit Anfang 2017 gab es bereits 131 Liter Niederschlag pro Quadratmeter (Januar 35 l/m², Februar 51 l/m², März 45 l/m²). Das ist deutlich mehr als im langjährigen Mittel der vergangenen 60 Jahre. Da waren es in den ersten drei Monaten rund 110 Liter Niederschlag pro Quadratmeter.

Fickenscher: „Die Vermutung, dass es immer trockener wird lässt sich nicht bestätigen.“ Allerdings sei der Niederschlag sehr unregelmäßig, es komme dann eher zu Starkregen. „Die Landwirte hätten aber gerne regelmäßiger etwas Regen“, so der Meteorologe.

Rainer Ochs (40), Landwirt aus Frielendorf-Todenhausen, bestätigt das. Zwei Millimeter Niederschlag wie in der Nacht zu Donnerstag seien noch längst nicht ausreichend. „Wir brauchen 50 Millimeter und mehr“, sagt der stellvertretende Vorsitzende des Regionalbauernverbandes Kurhessen. Der Regen sollte kontinuierlich fallen und nicht auf einmal.“ Je nach Standort und Bodenverhältnissen sei die Situation sehr unterschiedlich. Ochs: „Die Lage ist nicht dramatisch, aber angespannt.“

Für den Baumbestand sieht Karl Gerhard Nassauer, Leiter des Forstamtes Jesberg, derzeit noch keine Gefahr, wenn es in den nächsten Wochen mal wieder ausreichend regnen würde. Von Standort zu Standort sei die Lage aber unterschiedlich. 

Trinkwasser bis zu 5000 Jahre alt

„Um die Versorgung mit Trinkwasser muss man sich keine Gedanken machen“, sagt Alexander Wilhelm, Leiter des Gruppenwasserwerks Fritzlar-Homberg. Das Unternehmen liefert 52 Millionen Kubikmeter Trinkwasser pro Jahr an Kommunen in den Kreisteilen Fritzlar-Homberg und Melsungen. Es stammt aus Bodenschichten des mittleren Buntsandsteins und somit aus mindestens 30 Metern Tiefe. Bis die Niederschläge dorthin vordringen, dauere es viele Jahre, erklärte Wilhelm. Das jüngste Wasser sei etwa 60 Jahre alt, das älteste sogar mehr als 5000 Jahre. „Das ist ein absolutes Naturprodukt“, sagt der Chef des Gruppenwasserwerks.

Wie der Meteorologe Günter Fickenscher das aktuelle Wetter und das Klima der vergangenen Jahre beurteilt und was das Forstamt und ein Landwirt dazu sagen, lesen Sie in der gedruckten Osterausgabe der HNA Fritzlar-Homberg.

Quelle: HNA

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