Herbert Knebel und sein Affentheater gastierten im Wolfhager Kulturzelt – das Publikum tobte

Hau mich bloß ab mit Argentinien

Eigenwillige Übersetzungen: Herbert Knebels Affentheater interpretierte Hits von den Stones, Deep Purples und John Lennon mit einer gehörigen Portion künstlerischer Freiheit – sehr zur Freude der 500 Besucher im Wolfhager Kulturzelt. Foto: Sommerlade

Wolfhagen. Den wichtigen Fragen des Lebens sollte man sich eingehend widmen. Das jedenfalls ist die Überzeugung von Herbert Knebels Affentheater.

Folgerichtig nahm sich die kultige Rentner-Combo bei ihrem Auftritt im Wolfhager Kulturzelt denn auch hinreichend Zeit, die entscheidende Frage zu beantworten, wer denn nun das Licht ausmacht. Die Antwort gaben sie dann in ihrem mittlerweile zwölften Programm „Der Letzte macht dat Licht aus“. Sehr zur Freude der 500 Kulturzelt-Gäste.

Trotz melancholisch angehauchten Titels kam auf den Teichwiesen keine Wehmut auf. Ganz im Gegenteil. Das Ruhrpott-Quartett sorgte mit E-Gitarre, Bass, Schlagzeug und viel Wortwitz für ausgelassene Stimmung im Publikum. Das rockte mit, als die eigenwillige Version von Deep Purples „Smoke on the water“ erklang. Das Affentheater machte daraus „Rauch ausse Wohnung- mit viel Feuer bei“ und lieferte die Erklärung gleich mit: Herberts Frau Guste hatte eine Kerze ins Fenster gestellt, um ihren angetrunkenen Gatten den Weg aus der Kneipe ins traute Heim zu erleichtern.

Tanzeinlagen der Musiker

Herhalten musste auch „Brown Sugar“ von den Stones, der kurzerhand in „Blutzucker“ umgewandelt und mit außergewöhnlichen Tanzeinlagen der Musiker bereichert wurde. Tränen vor Lachen kamen der Zuhörerschaft beim Song „Don’t cry for me, Argentinia“, den Knebel in „Hau mich bloß ab mit Argentinien“ umwandelte und darin einen ehelichen Disput zum Thema Urlaubsziele schilderte. Auch die Affentheater-Version von John Lennons „Imagine“ als Abhandlung über Erdölvorkommen und der in eine Fußballgeschichte eingebundene „Song 2“ von Blur fanden großen Anklang.

Auch wenn die musikalischen Beiträge den größeren Anteil des Programms ausmachten, überzeugten die vier Rentner aus dem Ruhrpott ebenfalls mit ihren wortwitzigen Dialogen und humorvollen Erzählungen. Allen voran Herbert Knebel (Uwe Lyko). Ob der Besuch als Kaffeejunkie bei „Starbucks“, seinem legendären Italienurlaub in einem vermieften Auto mit einem „Konglomerat aus Benzin, hartgekochten Eiern und Schweiß“ oder seiner Tour nach Aachen, wo er als Liebhaber historischer Gebäude mal die legendären Aachener Printen besichtigen wollte – die Zuhörer kamen aus dem Lachen kaum heraus.

Und alle, die am Ende der Vorstellung noch wissen wollten, wer denn nun das Licht ausmacht, ließ Knebel wissen: „Das ist eine gute Frage. Merkt sie euch.“ Heute im Kulturzelt: Red Hot Chilli Pipers, 20 Uhr

Quelle: HNA

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