Jugendfeuerwehren holten ausgediente Weihnachtsbäume ein – Spenden waren gern gesehen

Milde Gaben für alte Tannen

Weg mit dem Weihnachtsbaum: In der Kernstadt Spangenberg waren vier Teams mit 16 Jugendfeuerwehrleuten unterwegs. Fotos:  Wenderoth

Kreisteil Melsungen. Vor zwei Wochen schmückten die Weihnachtsbäume noch die Wohnzimmer. Am Samstag haben etliche Jugendfeuerwehren die abgeschmückten Tannen und Fichten gegen eine kleine Spende abgeholt.

Danach werden sie entweder geschreddert oder verbrannt. In manchen Orten wird sogar ein richtiges Fest daraus, etwa in Elbersdorf: Da gingen am Samstag die Nadelbäume fast explosionsartig in Flammen auf, während die Einwohner sich bei Grillwürstchen und Glühwein stärkten. Bei fast frühlingshaften Temperaturen wurde der große Stapel Bäume von den Mitgliedern der Einsatzabteilung bei beginnender Dunkelheit angezündet. Besonders für die Kinder waren die Flammen, die meterhoch gen Himmel schlugen, ein Erlebnis. „Jetzt ist unser Baum verbrannt, kaufen wir morgen einen neuen?“, fragte ein kleiner Junge seinen Vater.

In Melsungen hatten sich die jungen Brandschützer erst mit einem gemeinsamen Frühstück gestärkt, dann ging es nach einem von Jugendfeuerwehrwart Matthias Mohr genau ausgeklügeltem Plan und mit Unterstützung der Einsatzabteilung durch die Stadt. Insgesamt waren in der Melsunger Kernstadt sieben Teams mit Schleppern, aber auch mit Lastwagen, die von Firmen zur Verfügung gestellt worden waren, unterwegs. Schätzungsweise 4500 Bäume kamen zusammen und wurden dann auf die Grünabfallanlage bei Kirchhof gebracht.

Ein Melsunger Feuerwehrmann überlegte sogar, die an den Bäumen vergessenen Kugeln und Strohsterne einzusammeln, um am Ende des Jahres auf dem Melsunger Marktplatz einen Baum damit zu schmücken.

Frustriert waren in Elbersdorf Max-Linus (11 Jahre) und Michel (10 Jahre). Nur wenige Haustüren wurden ihnen geöffnet. Für Aussagen wie „Wir brauchen den Baum noch, der Baum steht noch oder wir haben keinen Baum“, wurden sie meistens schon an den Sprechanlagen abgewiesen. Allerdings war dies nicht in allen Straßen so. Letztlich kam ein großer Berg Tannen zusammen, so dass die Elbersdorfer Feuerwehr mit dem Gesamtergebnis sehr zufrieden war. Das gespendete Geld und das aus dem Verkauf von Glühwein und Bratwürstchen deckt einen Großteil der Kosten der Jugendarbeit.

Ebenso wie in Elbersdorf waren die jungen Brandschützer auch in der Kernstadt Spangenberg mit zumeist kostenlos überlassenen Fahrzeugen einer örtlichen Firma unterwegs. Hier waren die Erfahrungen größtenteils positiv. Viele gaben den Jugendlichen eine Spende, selbst wenn sie keinen Baum zum Abgeben hatten.

Eine nette Überraschung erlebten die zehn Jugendfeuerwehrleute in Melgershausen. Ein Autofahrer hielt an und übergab ihnen mit den Worten „Das ist für für Euch“ eine Spende, bevor er weiterfuhr. In dem Felsberger Stadtteil wurden am Samstag zwei Schlepperladungen mit Bäumen zum Sammelplatz transportiert.  (zot)

Quelle: HNA

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