Kunst macht richtig viel Arbeit

Milder Winter: Ars-Natura-Ranger reparieren Skulpturen entlang der Wanderwege

+
Haben die Kunst im Blick: Die drei Ars Natura-Ranger Eugen Schlecht, Wolfgang Busse und Gregor Dill (von links) reparieren derzeit die Kunstwerke an den Wanderwegen. Fürs Foto machen sie Rast auf der großen Bank bei Vockerode-Dinkelberg.

Vockerode-Dinkelberg. Wenn Eugen Schlecht, Gregor Dill und Wolfgang Busse morgens das nötige Werkzeug zusammensuchen und dann in ihren Jeep steigen, dann sieht es so aus, als würde sich ein Trüppchen Holzfäller auf den Weg in den Wald machen.

Und genau das sind die drei Ranger der Ars-Natura-Stiftung auch: Waldarbeiter. Denn die Kunstwerke, um die sie sich kümmern, hängen nicht etwa schön warm und trocken im Museum, sondern sie stehen mitten in der Natur - und damit in unserer Region meist mitten im Wald.

Wo aber die gewöhnlichen Holzfäller zusehen, dass sie geschickt Bäume fällen, sehen die drei Ars-Natura-Ranger zu, dass sie die vielen Kunstwerke am Wegesrand gut zur Geltung bringen. Sie schneiden Äste weg, beseitigen Gestrüpp, fertigen Hinweisschilder und reparieren die Werke, wenn ihnen das Wetter zugesetzt hat.

"Ohne unsere drei Ranger hätte der Ars Natura auf Dauer keinen Bestand", ist sich der künstlerische Leiter Sandrino Sandinista Sander sicher: "Ohne diese gute Pflege würde die Kunst am Wegrand längst nicht so gut dastehen."

Und so nutzen Eugen Schlecht aus Morschen, Gregor Dill aus Felsberg und Wolfgang Busse aus Pfieffe diese milden Wintertage, um die Werke zu kontrollieren und zu reparieren. Dabei kommen die drei Bürgerarbeiter, die beim Zweckverband Mittleres Fuldatal angestellt sind, ganz gut rum. Der Ars Natura umfasst eine 240 Kilometer lange Wanderstrecke an der mittlerweile über 300 Kunstwerke stehen. Der X8, der Barbarossaweg, reicht von Bad Wildungen bis nach Thüringen, der X3 von Kassel bis Rotenburg. Außerdem gibt es Rundwege bei Gudensberg, Bad Zwesten und Spangenberg.

Genug Arbeit für die Ranger, die alle super Handwerker seien, lobte Sander beim Ortstermin am Waldrand von Vockerode-Dinkelberg. Dort stehen mit der riesigen Bank "Back to the bench" und dem aus Tannenzweigen geformten Werk "Zuneigung" gleich zwei Hingucker, die Wanderer und Spaziergänger staunen lassen.

Der künstlerische Leiter des Ars Natura Pfades würde das Team gerne noch um einen vierten Mann erweitern, damit immer zwei Trupps unterwegs sein könnten. Denn 14 Jahre nach Gründung von Ars Natura seien noch immer alle Kunstwerke in einem richtig guten Zustand - und das sollen sie auch bleiben. "Genau das ist das Geheimnis des Ars Natura - schöne Werke und gute Wege."

Die drei Werk- und Wegpfleger stehen daneben und nicken. Sie sind der lebende Beweis für den Satz des längst verstorbenen Münchner Komikers Karl Valentin. Der hat mal gesagt "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit." Davon könnten die drei Ranger ein ganz lautes Lied singen. Sie schwingen sich samt Werkzeug in den Jeep. Sie müssen weiter. Karl Valentin hatte Recht: Kunst macht echt viel Arbeit.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare