100 Jahre Asklepios-Klinikum Melsungen – Chefarzt moderierte die Jubiläumsfeier mit 13 Referenten

20 Millionen für den Neubau

Gratulanten: von links Walter Gießler, Dr. Meinhard Rudolff, Eike Wulf Philipp, Dr. Jens Zemke, Dr. Dirk Fellermann, Volker Wagner, Dr. Gunther Claus, Dr. Ehrhart Appell, Dr. Heinz-Walter Große, Dr. Günter Aurand, Winfried Becker, Eberhard Gliesing, Bürgermeister Markus Boucsein und Dr. Christoph Engelbrecht. Foto: Lache-Elsen

Melsungen. Die Geschichte und Anekdoten rund ums Asklepios-Klinikum Melsungen kamen bei der Jubiläumsveranstaltung zum 100-jährigen Bestehen des Klinikums zur Sprache. Gäste in der Stadthalle waren vorwiegend Klinik- und niedergelassene Ärzte.

Mit launigen Worten moderierte Chefarzt Dr. Gunther Claus den Abend, an dem 13 Referenten zu Wort kamen. Am 30. Januar 1914 sei das Krankenhaus auf Begehren der Melsunger Bürger errichtet worden, erzählte er. Mit 100 000 Reichsmark leistete der Spangenberger Tuchmacher Salzmann eine nicht unerhebliche Anschubfinanzierung. Bis dahin waren kranke Melsunger mit der Eisenbahn nach Kassel gebracht worden, bei Verdacht auf eine Infektion mit einer Kutsche.

Mit 16 Betten fing es an, im Jahr 1927 wurde ein Liegebalkon überdacht, so dass 20 Betten zur Verfügung standen. Die Pflegerinnen präsentierten sich damals noch in einer schmucken Tracht, das bezeugt eine alte Postkarte. Heute zählt das Asklepios Klinikum Melsungen 95 Betten. Der Neubau soll den Planungen zufolge 150 Betten bekommen.

Siebenstöckiges Gebäude

Selten habe er so große Unterstützung von Stadt und Bevölkerung erlebt wie in Melsungen, sagte der Asklepios-Regionalgeschäftsführer Dr. Dirk Fellermann mit Blick auf die Zukunft. 2015 soll der Neubau eines siebenstöckigen Gebäudes beginnen, dessen Geschosse teilweise im Hang liegen werden. Im Investitionsbauprogramm des Landes sind 13,5 Millionen Euro veranschlagt. Insgesamt kalkuliere Asklepios mit Kosten in Höhe von 20 Millionen Euro.

Standortfaktor

„Für Melsungen ist das Krankenhaus ein wesentlicher Standortfaktor“, betonte Bürgermeister Markus Boucsein mit Blick auf den Neubau, für den derzeit Baurecht geschaffen werde. Wie auch anderen Rednern galt sein Dank auch dem Freundes- und Fördervereins des Klinikums, die sich seit vielen Jahren mit großem Engagement für das Haus einsetzen.

Mit der Gebietsreform wurde das Klinikum Melsungen 1973 dem Kreis zugeschrieben, erklärte Vizelandrat Winfried Becker. 2007 wurden die Kliniken in Melsungen, Schwalmstadt und damals noch Homberg in die Hände von Asklepios gegeben. Melsungen sei ein wichtiger Mosaikstein in der Gesundheitsversorgung gewesen und werde in Zukunft an Bedeutung gewinnen, sagte er. Der Notarzt decke von Melsungen aus ein Gebiet mit 44 000 Menschen ab. Der Förderverein, der Patientenfürsprecher Dr. Ehrhart Appell und die Grünen Damen im Krankenhaus leisteten wertvolle Dienste für die Patienten.

Moderne Verpackung

„Die Klinik wird mit Herzblut betrieben“, sagte der Asklepios-Geschäftsführer Dr. Christoph Engelbrecht. Der aus München zugezogene gebürtige Rheinländer bescheinigte eine hervorragende Patientenversorgung. Und: Mit dem Neubau werde eine „moderne Medizin in eine moderne Verpackung überführt“, sagte er.

Von Alexandra Lache-Elsen

Quelle: HNA

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