Erstes Deutschlandkonzert seit langem

Milow sorgt für schönste Momente im Kulturzelt Wolfhagen

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Sympathischer Star ohne Allüren: Milow begeisterte zum zweiten Mal im Wolfhager Kulturzelt.

Wolfhagen. Hätte sie den Stadtpark nicht längst mit ihren Strahlen gekitzelt, hätte es die Sonne am Freitagabend sicher spätestens zum Auftritt von Milow getan. Wenn der nämlich seine Gitarre auspackt und tief in die Hitschublade greift, ist das wie ein lässiges Sonnenbad mit Freunden am See.

Es ist sein erstes Deutschlandkonzert seit langem, und das feiert Jonathan Vandenbroeck, wie er wirklich heißt, mit einer Spielfreude, die wie eine frische Sommerbrise durchs Kulturzelt weht. Der kann sich niemand entziehen, es tut einfach zu gut, sich Milows locker-leichtem Sound hinzugeben, der zwar „Always in the Middle“ steht, aber anders als im gleichnamigen Hit auf eine erfrischend unprätentiöse Art zu verzaubern weiß, dass die Herzen lachen und die Seelen vor Freude Purzelbäume schlagen.

Dass mit rund 1000 Besuchern wesentlich weniger gekommen sind als beim Auftritt vor drei Jahren, stört niemanden, auch den sympathischen Glatzkopf nicht. „Ich hatte einen wunderschönen Tag in eurem Park, fast wie Urlaub“, schwärmt er und widmet den zweiten Song des Abends einer jungen Wolfhagerin, die er am Nachmittag in den Teichwiesen getroffen hat. „Sie war mit ihrem Cello da und ganz spontan haben wir zusammen ,Mistaken’ gespielt.“

Nicht alle können sich im Kulturzelt über derart viel Nähe zu Milow freuen, der dennoch jederzeit bemüht ist, die Fan-Star-Distanz zu brechen. Das gelingt ihm dann auch, wenn er übers ganze Gesicht strahlend aus seinem Leben berichtet, das die Geschichten zu seinen Liedern liefert, von denen jedes einzelne zum Geschenk an die begeisterte Menge wird. „You don’t Know“ ist eines von ihnen, ebenso ein Wohlfühl-Song wie die aktuelle Single „You Must be Crazy“, die er unerwartet früh ins Zelt schickt.

Seinem Stil ist der 32-Jährige treu geblieben. Pop und Rock verbindet er mit Country und Folk zu leichten, radiotauglichen Stücken, ohne sie seicht klingen zu lassen. Mit seiner wohltuenden Anti-Star-Attitüde und dieser ansteckend fröhlichen Art stellt Milow sein neues Album „Silver Linings“ vor, nicht ohne auch sein „Heyo Technology“ auszupacken, jenem Song, mit dem er 2009 über Nacht zum Superstar wurde. Auch wenn die neuen Titel noch nicht jeder mitsingen kann, sorgen einige dennoch für die schönsten Momente des Abends. Allen voran die traumhaft schöne Ballade „Blue Skies“, mit der er das Zeltdach himmelblau singt, als die Sonne sich längst verabschiedet hat.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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