Bei der Kinder-Uni drehte sich alles um das Thema Sauberes Wasser

In Minuten wird’s glasklar

Das ist Paul: Die Abkürzung steht für Portable Aqua Unit for Lifesaving – tragbare Einheit für Lebensrettung. Foto:  Archiv

Melsungen. Beide heißen Paul und sind auch etwa gleich groß. Bei der Kinder-Uni in der Melsunger Stadthalle trafen sie aufeinander: Der achtjährige Paul Glasner wollte dort mehr über den blauen Wasserrucksack erfahren, der den selben Namen wie er trägt.

Paul Glasner und viele andere junge Studenten der Kinder-Uni durften Paul, den Wasserrucksack, in einer Vorlesung kennenlernen. Denn diesmal drehte sich alles rund um das Thema Wasser – und wie man schmutziges zu sauberem macht.

Paul – der Wasserrucksack – soll nämlich nach Naturkatastrophen in Krisengebieten wie Haiti, Pakistan und auf der ganzen Welt Leben retten. Er macht aus verunreinigtem Wasser in wenigen Minuten glasklares Trinkwasser. Forscher der Universität Kassel haben das Gerät entwickelt und ihm den Namen PAUL (Portable Aqua Unit for Lifesaving) gegeben. Das bedeutet so viel wie tragbare Einheit für Lebensrettung.

Experiment mit Paul

Nicht nur Wasserrucksack Paul, sondern auch sein Namensvetter Paul Glasner spielte eine wichtige Rolle bei der Kinder-Uni: Er durfte bei einer Versuchsreihe mithelfen. Als Referent Wernfried Schier nach Freiwilligen suchte, fragte er nämlich scherzhaft, ob jemand Paul im Saal hieße. Auf der Bühne versuchte Paul mit Wernfried Schier und Alice Schneider, mit einem Kaffeefilter sauberes Wasser aus schmutzigem zu gewinnen – leider ohne Erfolg. Die braune Brühe behielt ihre Farbe. Auch ein herkömmliches Sieb brachte nicht das gewünschte Ergebnis. Die Lösung für das Problem brachte erst die Membran, die ein Teil des Wasserfilters Paul ist.

Die Bedienung des blauen Lebensretters, der 20 Kilo wiegt und auf dem Rücken getragen werden kann, scheint simpel: Verschmutztes Wasser wird in den Behälter eingefüllt. Nach einigen Minuten kann trinkbares Wasser am Auslasshahn gezapft werden, erklärte Schier den Kindern. Seine Schnelligkeit sei ein großer Vorteil. „Man muss den Betroffenen sofort helfen“, fügte er hinzu.

Die Kinder lernten, dass Gleichaltrige in manchen Ländern keine Wahl haben: Sie müssen dort verunreinigtes Wasser trinken, das allerdings sehr krank mache, erzählten Wernfried Schier und Alice Schneider. Aber warum ist dreckiges Wasser ungesund? fragte Schier – und gab selbst die Antwort: Bakterien. Natürlich nur schlechte Bakterien. Denn die Kinder wussten bereits, dass es auch Bakterien gibt, die dem Menschen überhaupt nicht schaden, sogar gesund für ihn sind.

Überhaupt kannten sich die Kinder schon gut aus beim Thema Wasser: Bei den Fragen, die Schier den Kindern stellte, schossen oft alle Finger nach oben.

Von Lars Becker

Quelle: HNA

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