Duo Ass-Dur aus Berlin war im Scala zu Gast mit außergewöhnlichem Programm

Die Mischung macht’s gut

Exzellente Musiker und Komiker: Dominik Wagner (rechts) und Benedikt Zeitner unterhielten als Duo Ass-Dur das Publikum im Scala-Varieté aufs Beste. Foto: Mangold

Fritzlar. „Hysterische Heiterkeit führt zu psychogener Impotenz“, ermahnte Benedikt S. Zeitner als strenger Lehrer das ausgelassene Publikum im Scala-Varieté in Fritzlar und verursachte damit noch mehr Heiterkeit. Zusammen mit Dominik Wagner ist er das Comedy-Duo Ass-Dur. Die beiden Studenten der Hanns-Eisler-Musikhochschule in Berlin zeigten nicht nur, dass sie singen und Klavier spielen können: Sie boten dem Publikum eine völlig neue Mischung aus Klassik und Komik, Musik und Kabarett.

So sang der ausgebildete Bariton Zeitner unter anderem das Lied vom „Bi-Ba-Butzemann“ und ein klavierbegleitetes Kuchenrezept, Dominik Wagner spielte Abwandlungen des Klassikers „Für Elise“ als Boogie-Woogie und als Tango. Gemeinsam zeigten sie Zaubertricks und luden das Publikum zum Mitmachen bei einer Klanggeschichte ein.

Mit dem Lob: „Es ist natürlich nicht jeder Auftritt so schön wie in Fritzlar“, erfreute das Duo die Gäste. Witzig waren die Wortwechsel zwischen beiden Künstlern, wenn beispielsweise Zeitner hochintellektuell Musiktheorie zu erklären versuchte, unterbrochen durch Kalauer und Nasebohren von Dominik Wagner, bis dieser vor Langeweile von der Klavierbank fiel.

Beeindruckend war eine akrobatische Entkleidungsnummer am Klavier: Sie hätten beschlossen, sich beim Musizieren umzuziehen, damit das Publikum auch während des Garderobewechsels der Künstler gut unterhalten werde, erklärte Zeitner. Und dann zeigten sie dem staunendem Publikum, wie man sich bis auf die Unterhose entkleiden, wieder anziehen und gleichzeitig vierhändig oder abwechselnd am Klavier spielen kann, ohne die Melodie zu unterbrechen.

Richtig gut bei Rilke

Beeindruckt zeigte sich Zeitner, als er das Publikum nach einem Gedicht von Rilke fragte und Zuschauerin Carola Langenbein aus Fritzlar nicht nur gleich wusste, welches Gedicht gemeint war, sondern es auch aufsagen konnte.

Eingeladen hatte das Comedy-Duo Klaus Döll, Initiator von „Gemeinsam lachen“. Es sei ihm darum gegangen, das Haus zu fördern und bekannter zu machen. „Das Scala-Varieté ist ein Stück Lebensqualität“, meinte er.

Das Publikum war begeistert vom Musikkabarett der beiden Künstler, die seit 2007 gemeinsam auftreten und schon viele nationale und internationale Preise für ihr außergewöhnliches Programm bekamen. „Mir gefiel besonders die Mischung aus Musik, Gesang und Ironie“, urteilte Gaby Draxler aus Felsberg.

Von Bettina Mangold

Quelle: HNA

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