Erster Kreiskinderkirchentag in Wolfhagen

Mit Luther gegen die Angst

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Schlüpfte in die Rolle des Reformators und begrüßte Tim (links) sowie viele Kirchentagsbesucher mehr in der Luthergasse: Dekan Gernot Gerlach.

Wolfhagen. Beim ersten Kreiskinderkirchentag am Wochenende in Wolfhagen haben sich 80 Mädchen und Jungen mit Martin Luther und seinem Werk beschäftigt.

Wolfhagen. Anika, Zoe und Mailin strahlen zufrieden um die Wette. „Wir sind beste Freundinnen“, verkünden sie, denn genau das ist ihnen gerade nochmal richtig bewusst geworden. „Gemeinsam zu spielen macht mich glücklich“, sagt die neunjährige Annika, die ihre Freundinnen auf keinen Fall verlieren möchte. Eine Angst, mit der sie sich beim ersten Kreiskinderkirchentag am Samstag in Wolfhagen auseinandergesetzt hat, wo der Umgang mit alltäglichen Ängsten eine zentrale Rolle spielte.

Passend zum Reformationsjahr starteten die Pfarrerinnen Pille Heckmann-Talvar und Andrea Braner mit rund 80 Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren zu einer Reise in die Zeit von Luther, der sie in der Stadtkirche während des Auftaktgottesdienstes höchstselbst begrüßte. Dekan Gernot Gerlach war in die Rolle des Reformators geschlüpft und erzählte im Anspiel „Familie Luther zu Tisch“ von seiner einst größten Angst: Der Angst vor dem strafenden Gott. Warum er Angst vor Gott gehabt habe, obwohl er ihn liebe, wollte sein Nachwuchs wissen. „Weil ich dumm war, Kinder!“, antwortete er und erzählte die biblische Geschichte vom verlorenen Sohn, dessen Vater ihn in die Arme schließt, als er reumütig nach Hause zurückkommt.„So müsst ihr euch Gott vorstellen, er ist wie dieser gute Vater und wie eine liebevolle Mutter“, so Luthers Frau Käthe (Pfarrerin Katharina Ufholz).

„Ängste verbinden uns mit den Menschen im Mittelalter“, erklärt Pfarrerin Braner, Kindergottesdienstbeauftragte der Landeskirche, die Wahl des zentralen Kirchentagthemas, das auch am Nachmittag im Gemeindezentrum immer wieder lebhaft diskutiert wurde. Da lernten die Kinder Ablassprediger Johann Tetzel kennen, stellten für ihn an einer von zehn Spielstationen Geld her, um sich so Gottes Liebe zu verdienen und nicht in der Hölle zu landen. In der Luthergasse gleich nebenan wartete aber schon der Reformator, um ihnen das Evangelium näherzubringen und ein für alle Mal klar zu machen: „Gottes Liebe ist umsonst“.

So ging es erleichtert weiter zum Diamantenschürfen ins Bergwerk von Luthers Vater, zum Basteln kleiner Geldsäckchen aus Leder und zum Aussägen von Wappenschildern, um sie anschließend mit der Lutherrose zu bedrucken - heißt es in der Bibel doch so schön: „Gott ist unser Schutz und unser Schild“.

„Eine schöne Sache“

Für Braner sind Veranstaltungen wie der Kinderkirchentag wichtig: „Wir erreichen oft die jungen Generationen nicht mehr über unsere normalen Gottesdienste, kindgemäß unseren Glauben zu feiern und zu sehen, dass wir nicht allein sind, ist eine schöne Sache.“ Das ist es auch, was die drei Freundinnen Anika, Zoe und Mailin vom Kinderkirchentag mitnehmen.

Quelle: HNA

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