Melsunger Magistrat beschließt Beförderungsangebot

Mit Taxi und Minicar zur Corona-Impfung

Kommt bei Bedarf auch in die Fußgängerzone: Senioren können mit Taxi und Minicar ins Impfzentrum fahren, wenn sie sonst keine Möglichkeit haben, dorthin zu gelangen. Im Bild Taxifahrer Moritz Marggraf.
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Kommt bei Bedarf auch in die Fußgängerzone: Senioren können mit Taxi und Minicar ins Impfzentrum fahren, wenn sie sonst keine Möglichkeit haben, dorthin zu gelangen. Im Bild Taxifahrer Moritz Marggraf.

Alle über 80-Jährigen, die sich gegen das Coronavirus impfen lassen möchten, müssen nach Kassel ins Impfzentrum. An diesem Umstand hatte es viel Kritik gegeben.

Melsungen – Um das regionale Impfzentrum effektiv zu betreiben, fehlt Impfstoff. Körle und Melsungen springen im Altkreis den Senioren zur Seite. Nachdem Körle ein Bürgerbus-Service nach Kassel organisiert hat, bietet nun auch die Stadt Melsungen Hilfe für Senioren an.

Der Magistrat der Stadt Melsungen hat am Mittwoch dem Antrag der SPD zugestimmt, einen kostenlosen Taxi-Shuttle-Service für über 80-Jährige, die nicht anders zum Impfzentrum gelangen können, anzubieten. Das berichtet Melsungens Bürgermeister Markus Boucsein.

Wer einen Impftermin hat, kann kostenlos mitfahren

Die Stadt Melsungen arbeite mit Taxi Marggraf und Minicar Rudolph zusammen. Interessierte können sich direkt an die beiden Unternehmen wenden oder für Unterstützung an die Seniorenbeauftragte Cornelia Salzmann. Voraussetzung für die Nutzung des Services ist: Es muss einen bestätigten Termin im Impfzentrum geben. Befördert wird jeder, der einen Impftermin hat. Begleitpersonen ohne Impftermin können also nicht mitgenommen werden.

Wer einen Beförderungsanspruch über die Krankenkasse hat, kann die Bestätigung darüber gern mitbringen – zwingend erforderlich ist das aber nicht. Die Beförderungsunternehmen und die Stadt Melsungen kümmern sich um die Abwicklung. Wenn keine Erklärung der Krankenkasse vorliegt, wird Taxi Marggraf eine Sammelrechnung an die Stadt ausstellen. „Diese werden wir zur Erstattung an das Land Hessen weiterreichen“, sagt Boucsein. Dieses habe die Kostenübernahme zugesagt.

Fahrt ins Impfzentrum: Kontaktbeschränkungen müssen eingehalten werden

Nach Möglichkeit sollen bei den Fahrten gleich mehrere Personen auf einmal transportiert werden, die etwa zur gleichen Zeit einen Termin im Impfzentrum haben. Aufgrund der bestehenden Kontaktbeschränkungen können aber natürlich nur Personen eines Haushalts – beispielsweise ein Ehepaar – und eine weitere Person in einem Taxi sitzen. Damit das Angebot dennoch ausreichend genutzt werden kann, prüft die Stadt die Möglichkeit von Einzelfahrten. Diese werde es voraussichtlich geben, so Boucsein.

Impftermine seien aktuell aber ohnehin Mangelware, schränkt Cornelia Salzmann ein. In Melsungen lebten etwa 1180 Menschen, die älter als 80 Jahre sind. Dutzende hätten es probiert – zum Teil den ganzen Tag. Sie wisse aber nur von einem, der bisher einen Termin ergattern konnte.

Mit der Terminzusage erhielten alle Personen zwei wichtige Formulare: den Anamnesebogen und eine Aufklärungsbescheinigung. Diese müssten unbedingt ausgefüllt mit zum Impftermin gebracht werden. Die Formulare sollen demnächst über die Internetseite der Stadt verfügbar sein. Aktuell gibt es sie zur Info auch auf der Seite des Robert-Koch-Instituts. Außerdem müsse natürlich der Personalausweis eingepackt werden und die Terminbestätigung. Die müsse dem Fahrer vorgelegt werden.

Taxi und Minicar dürfen eingeschränkte Personen auch in der Fußgängerzone vor dem Haus abholen.

Kontakt: Cornelia Salzmann, Tel. 05661/708175, Taxi Marggraf, Tel. 05661/1220 und Rudolph, Tel. 05661/2414

(Von Damai D. Dewert)

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