Tierische Naturpfleger aus Istha

Die mit dem weißen Gürtel: Galloway-Rinder schnuppern wieder Weideluft

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Ganz jung: Dieser kleine Galloway-Bulle wird mal ein ganz Großer. Zum ersten Mal in seinem Leben frisst er Gras.

Istha. Sie pflegen Naturschutzflächen: Belted Galloways. Für die robusten Hochlandrinder zweier Landwirte aus Istha geht es nach der Winter- und Geburtszeit zurück auf die Weide. 

Saftig grüne Wiesen locken die Belted Galloways der Isthaer Landwirte Steffen und Bernd Sälzer. Nach ihrer winterlichen Stallzeit oder der Zeit der Geburten dürfen sie jetzt bis zum Jahresende wieder auf der Weide stehen. Nach und nach wurden die Hochlandrinder auf die Naturflächen gebracht. Nach einem kurzen Gerangel, bei dem die Rangordnung geklärt wurde, grasen die Tiere friedlich auf ihrem Areal. Die Tiere pflegen Naturschutzflächen der Stadt Wolfhagen und Hessenforst.

Kurzes Gerangel: Die Tiere legen bei der Ankunft auf der Weide die Rangordnung fest. Danach ist alles friedlich.

Die Galloways des Sälzerhofes werden also artgerecht gehalten, bekommen nur Heu oder selbsthergestelltes Futter. Und am Ende werden sie auch geschlachtet. „Uns kommt es aber nicht auf Masse an, sondern auf die artgerechte Haltung“, sagte Bernd Sälzer.

Jetzt zum Galloway-Seminar

Vermarkten wollen sie das Fleisch aus der Region für die Region sozusagen. Das Qualitätsfleisch der Tiere soll nur einen kurzen Weg bis auf den gedeckten Tisch haben. Deshalb soll der Besuch eines Galloway-Seminars auch Klarheit darüber bringen, ob für die Sälzers die Tötungsmethode „Schuss auf Weide“ in Frage kommt.

„Da hängt viel dran, was so noch gar nicht klar ist“, sagte Steffen Sälzer. Und ob sie die Bedingungen bieten können, wollen sie geklärt wissen. Schuss auf Weide bedeute eine tierfreundlicher Alternative zum Schlachthof. Transport und Schlachtung sei nämlich für die Tiere mit großem Leid verbunden.

Hochsensible Tiere

Die Weiterbildung in Oldenburg bedeutet für die beiden Nebenerwerbslandwirte aber auch Netzwerkpflege, Weide- und Tiermanagement. Denn die Rasse Belted Galloways hat auch ihre Besonderheiten.

Schnell aus dem Transporter: Die Galloways machen regelrecht Freudensprünge aus dem Anhänger raus zu ihren Artgenossen auf der Naturschutzfläche bei Istha. Im Bild links ist Galloway-Halter Bernd Sälzer und im Hintergrund Sohn Steffen Sälzer.

Die Tiere mit dem weißen Gürtel rund um den Körper sind zum Beispiel hochsensibel. Vertrauen haben sie zu Bernd und Steffen Sälzer. Kommt jedoch ein Fremder mit zur Weide, gehen die Tiere zunächst auf Abstand. Neben Zuchtbulle Apollo gibt es 15 Mutterkühe und nun auch Kälber. Jedes Tier hat einen eigene Zuchtbescheinigung, die Auskunft über die Mutter, den Vater und die Großeltern mit deren Zuchtwertschätzung gibt.

Auf dem Sälzerhof kann man sich die Tiere auch genau anschauen. Wer Interesse an den Galloways beziehungsweise deren Fleisch hat, kann sich vor Ort ein Bild von der Haltung machen. 

Interessenten melden sich bei Steffen.saelzer@gmx.net oder unter der Nummer 0175 4574 554.

Quelle: HNA

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