Mitarbeiter fehlen überall: Zahl der offenen Stellen im Schwalm-Eder-Kreis gestiegen

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Arbeitsmarkt Schwalm-Eder-Kreis

Schwalm-Eder. Die Chance, im Schwalm-Eder-Kreis einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz zu finden, sind so gut wie seit Langem nicht mehr. Der positive Trend am Arbeitsmarkt setze sich weiter fort, so die Bilanz der Arbeitsagentur zum Monatswechsel.

3333 Menschen suchten zuletzt im Landkreis einen Job. Das sind 263 weniger als im April und sogar 967 weniger als im Mai 2017. Gleichzeitig ist der Bestand an offenen Stellen gestiegen.

Die Betriebe suchen händeringend Leute. „In vielen Bereichen ist der Arbeitsmarkt leer gefegt“, sagt Rainer Kesper, Leiter der Arbeitsagentur im Landkreis. 1405 offene Stellen waren im Mai gemeldet, 157 mehr als im Vorjahreszeitraum.

Alle Personengruppen hätten deutlich von der Entwicklung profitiert, auch Menschen mit geringerer Qualifikation und Personen, die bisher auf Hartz IV angewiesen waren. Kesper: „Die Arbeitgeber passen ihre Anforderungsprofile an. Die Qualität der angeboten Stellen ist gut.“ In 94,8 Prozent der Fälle handele es sich um sozialversicherungspflichtige Jobs, 77 Prozent seien unbefristet.

„Wir empfehlen vor allem kleineren Betrieben, ihre Mitarbeiter selbst zu qualifizieren. Wir unterstützen sie dabei mit Beratung und Zuschüssen“, sagt Kesper. Von Betrieben werden vor allem Berufskraftfahrer (149 Stellen), Lagerlogistiker (115) und Maschinenführer (97) gesucht. So erfreulich das für Arbeitssuchende sei, könne der Fachkräftemangel aber auch wachstumshemmend sein.

Rainer Kesper

Für den Ausbildungsmarkt gilt Ähnliches. Die Zahl der freien Stellen ist seit Oktober 2017 um 120 auf 989 gestiegen, die Zahl der Bewerber im selben Zeitraum um 129 auf 897 zurückgegangen.

Der demografische Wandel spiele eine Rolle, aber auch die Tatsache, dass viele junge Leute sich statt für eine Lehre für eine Fortsetzung der schulischen Laufbahn oder für ein Studium entscheiden. Gesucht werden vor allem Auszubildende in folgenden Bereichen: Kaufmann im Einzelhandel (63 Stellen), Industriekaufmann (52), Fachkraft für Lagerlogistik (34) Bankkaufleute (33) und Verkäufer (31).

Die Betriebe stünden stark in Konkurrenz. Manche bieten Bewerbern sogar an, ihnen den Führerschein zu bezahlen.

An einer nicht ausreichenden Qualifikation müsse eine Einstellung nicht scheitern. Die Arbeitsagentur finanziere ausbildungsbegleitende Hilfen (Nachhilfeunterricht). Auch ein Einjahrespraktikum, das auf die Lehre angerechnet werden könne, zahle die Arbeitsagentur. Es gebe viele Instrumente, um bei der Vermittlung einer Arbeits- und Ausbildungsstelle zu helfen, sagt Kesper. Gerne kümmere er sich auch selbst darum, dass Betrieben und Bewerbern geholfen werde. Kontakt: Rainer Kesper, Tel. 0 56 81/936 22 30, E-Mail: Rainer.Kesper@arbeitsagentur.de

Quelle: HNA

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