Aus den Scheunen in die Stadt

Mitglieder des Historischen Maschinenrings Spangenberg zeigten  Oldtimer

Melsungen. Am Karsamstag wurden rund ums Melsunger Rathaus wieder die Bulldogs der Mitglieder des Historischen Maschinenrings Spangenberg angeworfen.

18 historische Traktoren fuhren vor und begeisterten die Besucher. Die Eröffnungsfahrt der Oldtimer lockte viele Besucher nach Melsungen. Passanten umlagerten die historischen Maschinen, Kinder kletterten auf die Fahrersitze, Fans staunten, und Sammler fachsimpelten. Vereinsvorsitzender Herbert Thomas stellte die verschiedenen Modelle mit ihren Besitzern vor.

Der Deutz-Stahl-Schlepper aus dem Jahre 1938 gehört Vorsitzendem Thomas. Das Fahrzeug muss noch mit einer Zündhilfe angekurbelt werden, damit es ins Laufen kommt. Mit diesem Traktor haben sein Vater und Großvater im Melsunger Wald Holzstämme gerückt. Der Schlepper kann Lasten bis zu fünf Tonnen ziehen, bei einem Eigengewicht von vier Tonnen.

Herbert Thomas ist begeistert von der langsamen Fahrt mit diesem Schlepper und sagt: „Hier kann ich während der Fahrt erleben, wie das Gras wächst.“

Traktor aus Südafrika

Kurt Schäfer aus Alheim-Niedergude kam mit seinem 1952 gebautem Lanz Bulldog nach Melsungen. Der Schlepper kam vor zwölf Jahren aus Südafrika, mit dem Schiff über die Niederlande, in seinen Besitz. In Südafrika wurde mit dem Fahrzeug eine Wasserpumpe betrieben. Der Lanz ist sich noch im Originalzustand. Er wurde damals für 10.000 Reichsmark gehandelt. Heutiger Wert: 25.000 Euro.

Walter Bläser kam mit seiner Kramer-Zugmaschine aus dem Westerwald: Für seine Reise brauchte er fünf Übernachtungen. Einmal besuchte er mit dem Traktor die Kastelruther Spatzen in Südtirol. Die Fahrt dauerte hin und zurück 14 Tage.

Auch der Nachwuchs war vertreten – mit dem größten Gefährt, einem 150 PS starken Schlüter. Von diesem Oldtimer-Transporter sind die fünf jungen Vereinsmitglieder Denis Fey, Markus Wiegand, Heinrich Kehr, Linda Kehr und Louis Kehr sind besonders begeistert.

Vereinsmitglied Volker Papenhagen erklärte, dass früher Schlepper mit 15 PS als Pflugschlepper genutzt wurden, ab 20 PS waren es Hauptschlepper, ab 30 PS wurden sie für größere Landwirtschaften genutzt. In den 1950er-Jahren gab es in Deutschland noch 94 Ackerschlepperfabrikate, heute stellt hierzulande nur noch eine Firma Gartenschlepper her.

Von Hannelore Braun

Quelle: HNA

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