Gute Aussichten für Fundtiere

Mitglieder retteten Tierleben: Tierheim Beuern zieht positive Bilanz

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Ein Herz für Tiere: Mitarbeiter und ehrenamtliche Unterstützer des Tierheims Beuern vor dem Gassigehen rund ums Tierheim. Der Trägerverein „Ein Heim für Tiere” hat über 20 ehrenamtliche Helfer. Als Dank für die Unterstützung gibt es jeden Monat einen Waffeltag.

Felsberg. Von den 637 Tieren, die im Vorjahr im Tierheim des Landkreises in Beuern betreut wurden, sind 90 Prozent vermittelt worden. Das sei ein sehr gutes Ergebnis, heißt es vom Trägerverein „Ein Heim für Tiere".

Im Vorjahr erhielt der Verein zudem für besondere Leistungen den Hessischen Tierschutzpreis.

Nicht nur die Vermittlung, sondern auch die Zahl der betreuten Tiere sind ein neuer Rekord in der 26-jährigen Vereinsgeschichte. Die Zahl der Tiere stieg um 34 auf 637. 2014 waren 570 Tiere betreut worden - Hunde, Katzen, Kleintiere, Hasen, Vögel, Fische und Reptilien. Reptilien werden an das Reptilienhaus in Witzenhausen weitergeleitet. Das Tierheim Beuern - das einzige im Landkreis - arbeitet nach den Worten des Vorsitzenden Ralf Pompluns eng mit dem Tierschutzverein Schwalmstadt zusammen. Der nehme die Nager ab, wie zum Beispiel Kaninchen, Meerschweinchen, Farbratten und Hamster.

Besitzer holen Katzen nicht ab

288 Fundkatzen kamen im Vorjahr ins Tierheim. Nur 20 konnten an ihre Besitzer zurückgegeben werden. Im Jahr davor waren es 231 Katzen und zwölf Rückgaben an die Besitzer, 2014 nur neun von 288. Die Rückführungsquote an die Besitzer sei bei dieser Tierart eine Katastrophe, sagt Ralf Pomplun, „das belastet uns ungemein“. Alle Hunde und Katzen erhalten im Tierheim einen Mikrochip und werden bei einem Haustierregister gemeldet. So lässt sich das Tier identifizieren, sollte es noch einmal weglaufen.

14 Städte und Gemeinden im Schwalm-Eder-Kreis sowie Schauenburg im Kreis Kassel haben mit dem Tierheim einen Fundtier-Vertrag auf zehn Jahre geschlossen.

Sechs Städte und Gemeinden im Schwalm-Eder-Kreis haben im Vorjahr die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht neu eingeführt. Pomplun: „Wir freuen uns darüber, dass man unserem fachlichen Rat gefolgt istBeuern. Das Engagement der Tierschützer in Beuern - im Vorjahr honoriert mit dem Hessischen Tierschutzpreis - lohnt sich immer wieder.

Das beweist eine Geschichte, die in Bad Wildungen ihren Anfang nahm und glücklich endete. Ende Juni waren in dem Kurort zwölf Hundewelpen entdeckt worden, die aus Litauen illegal eingeführt worden waren und in Deutschland illegal verkauft werden sollten. Tierfreunde hatten die neun bis zwölf Wochen alten Tiere vier verschiedener Rassen in einem Hinterhof entdeckt und die Polizei und das Veterinäramt benachrichtigt. Das Veterinäramt bat das Tierheim Beuern um Unterstützung.

Illegal eingeführte Tiere

Die Welpen befanden sich in einem schlechten Zustand. Sie hatten Durchfall. Alle mussten geimpft werden. Bis zum September blieben sie in Quarantäne. Damit hat man den Tieren das sichere Heranwachsen ermöglicht.

Alle Hunde bekamen im Tierheim einen Namen. Inzwischen sind alle vermittelt, freut sich der Vorstand des Vereins „Ein Heim für Tiere“.

Bereits 2015 waren 17 Welpen aus Rumänien illegal eingeführt worden. Mitglieder des Tierschutzvereins Neukirchen hatten die Tiere entdeckt. Im Tierheim Beuern wurden die Hunde ebenfalls in Quarantäne versorgt. Alle wurden vermittelt - für das Heimteam einer der schönsten Tage.

Bei allen Vermittlungen ist man nach den Worten der Vorstandsmitglieder Ralf Pomplun und Mandy Lindner sehr zufrieden mit den vielen positiven Rückmeldungen der neuen Besitzer und die Einträge auf der Homepage unter dem Titel „Glückliche Besitzer erzählen“. Beispiele: Hündin Daisy, die im Tierheim abgegeben worden war, fand in Staufenberg ein neues Zuhause. Stolz hat das neue Herrchen berichtet, dass er mit Daisy den dritten Platz bei der bayerischen Schlittenhunde-Meisterschaft in der Disziplin Bikejöring (Zughundesport) belegt hat. An ein Ehepaar aus Österreich vermittelte man einen Hütehund. Auf der Durchreise war dieses Ehepaar schon zweimal wieder im Tierheim. Das ist auch ein Beispiel dafür, dass sich die neuen Eigentümer in die Tiere aus dem Heim verlieben. Pomplun: „Wir haben bei den vermittelten Tieren nach wie vor so gut wie keine Rückläufe. Wir sind sicher, dass die Tiere gut untergebracht sind.“

Noch kein neues Zuhause gefunden hat der Border-Collie-Mix, den eine Frau am 1. Februar 2016 an der A 49 bei Gudensberg gefunden hatte. Mit einem Pressseil, wie man es unter anderem beim Pressen von Stroh verwendet, war das Tier an der Leitplanke festgebunden worden. Im Tierheim nennt man den Hund Ghandi. Ralf Pomplun: „Der Hund hat sehr gelitten und Schwierigkeiten, sich in ein neues Zuhause einzufügen. Wir suchen Menschen, die viel Erfahrung und große Geduld haben.“

Mehr Infos zum Tierheim Beuern gibt es hier.

Quelle: HNA

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