Rolf Schließmann kandidiert für den Hessischen Landtag

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Möchte gradlinig Politik machen: Rolf Schließmann kandidiert für Bündnis 90/Grünen und möchte in den Hessischen Landtag einziehen.

Wolfhager Land. Ein Leben ohne Politik – Rolf Schließmann kann es sich nicht vorstellen. Dabei gibt es manches, das ihn dabei stört. Zum Beispiel, dass manche Politiker hinter verschlossener Tür anders reden, als vor laufenden Kameras.

Das zerstört Vertrauen, sagt er. Und Vertrauen sei wichtig. Deshalb will er auch diesbezüglich anders sein. Gradlinig eben. Dass dies als Mitglied einer Partei nicht immer einfach ist, hat er selbst erlebt. Schon als Jugendlicher trat er der SPD in Offenbach bei. Als Wort und Tat nicht mehr übereinstimmten, trat er aus. „Drei Jahre ruhte meine Mitgliedschaft“, erzählt er. Dann konnte er nich mehr anders und engagierte sich erneut bei den Genossen. Es hätten auch die Grünen sein können, erzählt er offen. Aber zum einen waren „die damals noch sehr chaotisch“, zum anderen ist er in einem sozialdemokratisch geprägten Elternhaus aufgewachsen. „Ich bin in der Sozialdemokratie groß geworden.“

Als dann vor acht Jahren die Wiederwahl als Bad Karlshafener Bürgermeister scheiterte, er sich beruflich neu orientierte und auch eine Ausbildung als Mediator machte, orientierte er sich neu. Die Grünen waren inzwischen kalkulierbarer, deckten sich weitgehend mit seinen politischen Vorstellungen – und vor drei Jahren trat er der Partei bei.

Jetzt kandidiert er für die Grünen für den Landtag. Ob er Chancen auf das Direktmandat hat? „Bei Wahlen ist alles möglich“, sagt er und verweist auf seine Wahl zum Bürgermeister von Bad Karlshafen, wo er sich 1999 als Auswärtiger gegen zwei Einheimische durchsetzte.

Doch gleich wie es am 22. September ausgeht, eines will er beibehalten. Die Gradlinigkeit. „Man muss die Menschen in Entscheidungsprozesse einbinden“, formuliert er und nennt als schlechtes Beispiel die von der Schließung bedrohte Kreisklinik in Helmarshausen, wo Mitarbeiter wenig über ihre Zukunft erfahren. Dabei wäre hier ein idealer Standort, um Modelle zu testen, wie ein Krankenhaus in der Fläche funktionieren könnte. Allein unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten dürfte dies nicht betrachtet werden.

Schnell fertige Lösungen präsentieren, das weiß Schließmann, sei oft nicht der beste Weg. Man müsse den Menschen zuhören, die Interessen ausloten und dann gemeinsam Alternativen entwickeln. Das ist sein Credo.

Auf seiner Visitenkarte steht das Wort „Konflikt-Lotse“. Nein, sagt Schließmann, er will die Menschen nicht in Konflikte lotsen, sondern sie durch Konfliktsituationen unbeschadet begleiten. Dass ist seine Leitlinie beruflich wie politisch. Man kann eben Mittler sein, auch wenn man feste Standpunkte hat.

Quelle: HNA

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