Marktplatz: Von Modellautos bis hin zu Fossilien

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Die Melsungerin Christel Eberle möchte die vielfältige Sammlung ihres verstorbenen Mannes verkaufen. Norbert Nipshagen unterstützt sie dabei.

Wer Haus und Keller von Christel Eberle betritt, kommt aus dem Staunen so schnell nicht mehr heraus. Bereits im Eingangsbereich erwartet den Besucher ein beeindruckendes Arrangement historischer Handwerkszeuge sowie ein sehr gut erhaltener hölzerner Flaschenzug.

Damit könne man sofort wieder arbeiten, sagt Stadtführer Helmut Nipshagen mit Kennerblick. Im Auftrag von Christel Eberle organisiert der Melsunger den Verkauf der Sammlung von Jürgen Eberle, dem vor drei Jahren verstorbenen Ehemann der 75-Jährigen.Bedauerlicherweise hätten Museen an den alten Werkzeugen bislang kein Interesse gezeigt, sagt Helmut Nipshagen und Christel Eberle ergänzt „Da ist Werkzeug dabei, welches teilweise 300 bis 400 Jahre alt ist. Es wäre schön, wenn es hier im Landkreis bleiben würde.“

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Marktplatz: Von Modellautos bis hin zu Fossilien

Ihr Mann sei ein vielfältig interessierter Mensch gewesen, erzählt die gebürtige Remscheiderin: „Bereits als Kind hat er angefangen, Papierbastelbögen zu sammeln.“ 2004 zog das Ehepaar nach Melsungen, seit 2006 war der Diplomingenieur ehrenamtlicher Stadtführer der Bartenwetzerstadt. Er sei einer seiner Lieblingskollegen gewesen und habe nie Probleme gehabt seine Freizeit zu organisieren, betont Helmut Nipshagen: „Ein in sich ruhender Mensch und unerschöpflicher Quell an Wissen. Das und seine Menschlichkeit, hat ihn für mich zu einem wertvollen Menschen gemacht.“

Betrachtet man die große Fossiliensammlung, die auf alten Holz erstellten Kopien der Manessischen Handschrift oder die Linoldrucke von Melsungen, bekommt man auch als Außenstehender einen Eindruck von dem Menschen Jürgen Eberle – eine Persönlichkeit mit vielen Talenten, welche sicherlich einiges zu erzählen hatte.

Modellbau als Hobby

Ihr Mann sei nicht nur leidenschaftlicher Hobbyhistoriker gewesen, sondern habe auch bei Modelleisenbahn und Modellbau Zerstreuung gefunden, sagt die 75-Jährige. Das letzte Projekt, der Nachbau des britischen Segelschiffs HMS Victory, steht unvollendet im Arbeitsraum und wartete darauf, fertig gebaut zu werden. Die meisten Teile sind bereits vorgefertigt und liegen in Sortierkästen. Unter anderem finden sich dort filigrane Einzelteile wie Kanonen und Rettungsboote.

Neben einer analogen Modelleisenbahn von Märklin und passenden Modellen von Wiking und Herpa, stehen ebenfalls zwei Vitrinen mit klassischen Modellautos der Firma Burago zum Verkauf. Man liegt sicher nicht falsch, wenn man den Keller als Fundgrube bezeichnet. Selbst Zinnfiguren finden sich in der Sammlung, ganz zu schweigen von den detailreichen Kartonmodellen.

Im Zuge der Recherchen zu dem gemeinsamen geschriebenen Buch über Zisterzienserklöster im deutschsprachigen Raum habe sich viel Fachliteratur angesammelt, erzählt Christel Eberle und fügt mit Blick auf ein Bücherregal schmunzelnd an: „Wir haben hier aber auch gut einen Meter Schiller und Goethe.“

Das Spektrum sei so groß, dass man den Wert gar nicht bestimmen könne, meint Helmut Nipshagen: „Der Preis ist Verhandlungssache.“

Quelle: HNA

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