Planungsbüro MDF aus Wettesingen expandiert und eröffnete Filiale in Griechenland

Modelle für den Weltmarkt

Liveschaltung nach Griechenland: Der Gründer und Inhaber von MDF, Mario Fischer (vorne), konferiert mit dem Geschäftführer seiner Filiale im griechischen Thessaloniki, Alexandros Marvidis, per Videokonferenz. Foto: Ulbrich

Wettesingen. Zwischen Wettesingen und der griechischen Hafenstadt Thessaloniki liegen 2000 Kilometer. Doch die große Distanz, für die man mit dem Auto etwa 20 Stunden Fahrzeit und 230 Euro Spritkosten einkalkulieren müsste, spielt für Mario Fischer aus dem Breunaer Ortsteil keine Rolle, wenn er mit dem Geschäftführer seiner griechischen Filiale sprechen will.

Es genügt ein Mausklick, dann erscheint Alexandros Marvidis auf der Leinwand und spricht mit Fischer.

Möglich macht dies moderne Technik – eine Videokonferenz über das Internet über den Anbieter Skype. Das Planungsbüro für Stahl- und Metallbau (MDF) von Mario Fischer, spezialisiert auf 3D-Modelle, nutzt diese Technik, um über aktuelle Projekte oder neue Aufträge zu sprechen.

Das Internet macht’s möglich und war eine wesentliche Grundlage der Entscheidung von Mario Fischer, eine Filiale im krisengebeutelten Griechenland zu eröffnen. Ausgerechnet Griechenland? „Ja, denn die Griechen bauen durchaus mit Technologie nach deutschen Qualitätsstandards“, sagt der MDF-Inhaber. Schlecht sei lediglich der Ruf der Griechen. Aufträge zu bekommen, sei auch deshalb nach wie vor schwierig.

Dies hielt den 43-Jährigen aber nicht davon ab, sein erst seit Mai vergangenen Jahres bestehendes Planungsbüro in Wettesingen um die Filiale in Thessaloniki zu erweitern. Dort arbeiten nun zwölf Mitarbeiter für Fischer. Während die technische Planung in Wettesingen stattfindet, wird die „Fleißarbeit“ in Thessaloniki erledigt, sagt Fischer. Die entscheidende Nahtstelle dabei ist Alexandros Marvidis – er spricht fließend Deutsch und sorgt für die reibungslose Kommunikation.

Marvidis ist in Deutschland geboren und lebte bis 2006 in Neuss/Nordrhein-Westfalen. Er hat Architektur studiert und wird durch griechische Statiker und Konstrukteure unterstützt. Er sagt, dass er sehr gute Erfahrungen mit Mario Fischer gemacht habe: „Wenn die Qualitätsstandards definiert sind und die Kommunikation klappt, dann ist die länderübergreifende Zusammenarbeit kein Problem.“

Weltweite Aufträge

Im Zuge dieser Internationalisierung ist es MDF gelungen, Großprojekte eines Einkaufszentrums in Frankfurt oder einer Fertigungsanlage in Indien an Land zu ziehen. Überall dort werden bald Stahlelemente verbaut, die Hand in Hand in Deutschland und Griechenland geplant wurden. Die Erfolgsgeschichte der Wettesinger Firma geht also weiter. Während man vor gut einem halben Jahr erst die Räume im Breunaer Ortsteil bezogen hat und über acht Mitarbeiter verfügte, agiert man nun international und bietet 21 Menschen einen Arbeitsplatz.

Der nächste Auftrag könnte sich laut Fischer in China ergeben, aussichtsreiche Verhandlungen laufen bereits.

Von Nicolai Ulbrich

Quelle: HNA

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