A-capella-Konzert

Modern, mitreißend und ohne Instrumente: Viva Voce begeisterte im Kulturladen

Modern, mitreißend und ganz ohne Instrumente: Viva Voce begeisterte im Kulturladen. Foto: zhf

Wolfhagen. Mit hochkarätigem A-cappella-Gesang wurde am Mittwochabend das Winterfestival im Wolfhager Kulturladen eröffnet.

Auf dem Weg zurück vom Essen in den Kulturladen wurden die fünf Herren des Vokalensembles Viva Voce am Mittwochabend von einer Frau angesprochen. Sie hat die Musiker wohl nicht erkannt, denn sie will ihnen eine Karte für ihr eigenes Konzert verkaufen. Spitzbübisch fragen sie nach, um was es denn an dem Abend ginge? „A cappella, das ist Gesang ohne Musik“, antwortet sie.

Mit a cappella hat sie wohl recht, in Sachen Musik soll sie wenig später allerdings eines Besseren belehrt werden.

Ohne Instrumente kommen Bastian Hupfer, David Lugert, Mateusz Phouthavong, Jörg Schwartzmanns, Heiko Benjes und Mateusz Phouthavong zwar tatsächlich aus, auf deren Klang jedoch wollen sie nicht verzichten. Müssen sie auch nicht, denn mit den Jahren haben sie gelernt, Schlagzeug, Bass & Co. derart perfekt mit ihren Stimmen zu imitieren, dass das Publikum zur Eröffnung des diesjährigen Winterfestivals schon nach wenigen Tönen völlig aus dem Häuschen ist.

Kaum zu glauben, welch satten Sound jeder Einzelne von ihnen über die Stimmbänder ins Mikrofon schickt, allen voran Bariton und Mouth-Percussionist Jörg Schwartzmann, der ein ganzes Schlagzeug in sich zu tragen scheint.

So begeben sich die Popstars der A-cappella-Szene auf einen fantastischen Streifzug durch ihre über 15-jährige Karriere, machen Zwischenstopps in den aktuellen Charts und beweisen dabei nicht nur stimmliche Qualitäten.

Sie tanzen in bester Boygroup-Manier zu den selbsterzeugten Beats, wechseln vom Rock’n’Roll in den Jazz, um wenig später mit wummerndem Techno das durch ihre Gags ohnehin schon strapazierte Zwerchfell des Publikums noch zusätzlich zu erschüttern. Sie hinterfragen den Zeitgeist und outen sich zugleich als Zeitgeister. Sie nehmen sich selbst auf die Schippe, originell und mit viel Humor.

Klamauk beiseite schieben

Und doch sind sie besonders stark, wenn sie den Klamauk beiseite schieben und mit ihren eigenen Titeln samt tiefgehender Texte beweisen, dass sie alles andere als A-cappella-Clowns sind. Allen voran Bandküken Mateusz Phouthavong, der ein Mann der leisen Töne ist. Galant und zurückhaltend, stets ein charmantes Lächeln auf den Lippen, liefert er mit Songs wie „Der Gedanke“ soulig-sanfte Höhepunkte des perfekten Winterfestival-Auftakts.

Quelle: HNA

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