"Badesalz" und "Kräutermischung"

Moderne Drogen sind auf dem Vormarsch

Schwalmstadt. Vermeintlich harmlose Drogen machen die Runde im Schwalm-Eder-Kreis - Jugendliche bestellen sie im Internet. Drogenberater sind alarmiert und warnen dringend vor dem Konsum von Mixturen mit irreführenden Namen wie "Kräutermischung" und "Badesalz".

Die Drogenberatung des Schwalm-Eder-Kreises ist alarmiert: Allein in den ersten sechs Wochen dieses Jahres suchten bei der Beratungsstelle bereits mehr als halb so viele suchtabhängige junge Menschen erstmalig Hilfe wie im gesamten Jahr 2012. Und besorgt zeigen sich die Experten auch über die Art der Rauschmittel. Konsumiert werden vermehrt sogenannte neue Drogen.

Beobachtet wird der Konsum von sogenannten „Legal Highs“: Das sind nur vermeintlich legale Drogen, die in ihrer Wirkung unkalkulierbar sind. Bekannt sind sie unter den verharmlosenden Namen Spice (Kräutermischungen) und Badesalze, denen laut Polizei durchaus illegale synthetische Zusätze beigemischt werden.

HNA-Kommentar

Sylke Grede über die Designerdrogen: Scheinbar harmlos

Eine Rolle spielen auch Designerdrogen wie Crystal oder Meth-Amphetamin, sagt Helga Sydes, Leiterin der Suchtberatung des Schwalm-Eder-Kreises. Die Droge Desmorphin, genannt Krok, als Heroinersatz spielt aus Sicht der Experten bislang noch keine Rolle.

Die illegalen Drogen geraten bei der Beratungsstelle des Landkreises in Homberg wie auch bei der Hephata-Suchtberatung in Schwalmstadt vermehrt in den Fokus. Auch die Polizei im Schwalm-Eder-Kreis registrierte die meisten Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz im Zusammenhang mit Cannabis und Amphetaminen, mit geringen Anteilen fallen Heroin und Kokain ins Gewicht.

Schwalmstädter starb in einem Waggon

Vergangene Woche hatte die Polizei Hessens zweiten Drogentoten in einem Waggon am Frankfurter Hauptbahnhof gefunden: einen 39-jährigen Mann aus Schwalmstadt. Welche Art Drogen der Mann sich gespritzt hat, ist noch nicht bekannt. Das Ergebnis der toxikologischen Untersuchung steht noch aus.

Wirkung: Kreislaufversagen, Lähmungen, Wahnvorstellungen

„Legal Highs“ werden unter anderem als Kräutermischungen - „Spice“, Badesalze oder Legal Ecstasies - angeboten und zumeist über das Internet vertrieben - tatsächlich handelt es sich dabei jedoch um Designerdrogen. Die in diesen Mischungen enthaltenen, synthetisch hergestellten Cannabinoide unterliegen dem Betäubungsmittelgesetz. Herstellung, der Handel und der Besitz dieser Stoffe sind illegal. Die Wirkung der Drogen sowie die Folgen für die Gesundheit sind dadurch nicht kalkulierbar. Diese Stoffe können Übelkeit, heftiges Erbrechen, Orientierungsverlust, Kreislaufversagen oder Lähmungserscheinungen und Wahnvorstellungen zur Folge haben.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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