70.000 Euro investiert

Moderne Klärtechnik macht die Ems ein bisschen sauberer

Vor der neuen Anlage für die Phosphat-Fällung auf dem Gelände des Klärwerkes der Gemeinde Bad Emstal: (von links) Sebastian Göbel, Fachkraft für Abwassertechnik, Bauamtsleiter Andreas Bohn und Jens Dayß, Fachkraft für Abwassertechnik. Foto: Thon

Bad Emstal. Die Investition kommt in erster Linie der Umwelt zugute: Vor wenigen Wochen ging die neue Phosphat-Fällanlage der Kläranlage der Gemeinde Bad Emstal ans Netz.

70 000 Euro ließ sich die Gemeinde die moderne Technik kosten. Die Anlage sorgt dafür, dass der Klärschlamm mit weniger Phosphaten belastet ist, bevor er auf landwirtschaftliche Flächen ausgebracht wird. In der Kläranlage fallen jährlich etwa 2400 Kubikmeter Nassschlamm an.

Jeder, der einen Geschirrspüler betreibt, spült mit dem Schmutzwasser Phosphat in die Kanalisation, die zunächst in der Kläranlage landen und später als Restmengen in der Natur. Phosphate enthärten das Wasser, in dieser Funktion sind die Salze Bestandteil von Waschmitteln und Maschinengeschirrspülmitteln. Für die biologische Kläranlage der Gemeinde gelte bis Dezember kommenden Jahres ein Phosphat-Grenzwert von fünf Milligramm pro Liter, sagte Kreispressesprecher Harald Kühlborn. Spätestens ab Januar 2016, wenn eine neue Wasserrahmenrichtlinie in Kraft tritt, hätte die Gemeinde nachrüsten müssen. „Wir gehen davon aus, dass dann ein Wert von zwei Milligramm Phosphat pro Liter für Anlagen dieser Größe gelten wird“, sagte Kühlborn weiter.

Bislang wurde das Salz, das in zu großen Mengen Gewässer belastet, rein biologisch gebunden, so Sebastian Göbel, Fachkraft für Abwassertechnik in der Kläranlage Bad Emstal. Die neue Technik sorge für eine chemische Fällung. Als Aluminiumphosphat werde die Substanz gebunden. Freiwillig halten sich Göbel und sein Kollege Jens Dayß an einen Grenzwert von vier Milligramm Phosphat pro Liter.

Hessen honoriert Investition

Wie Bad Emstals Bauamtsleiter Andreas Bohn sagte, sei die Kläranlage eine der letzten in der Region, die bei der Phosphat-Fällung nachrüste. Das Geld, das die klamme Kommune in die neue Technik gesteckt habe, bekomme sie in den nächsten drei Jahren wieder zurück. Hessen honoriere den Umweltbeitrag, also falle die Abwasserabgabe an das Land geringer aus.

„Phosphat ist ein Dünger“, sagt Jens Dayß. Die Gewässer werden über den Bedarf mit Nährstoffen angereichert. Das führt zunächst zu einem vermehrten Wachstum von Pflanzen. Später sterben diese Pflanzen ab, bei diesem Prozess wird dem Gewässer, etwa der Ems, Sauerstoff entzogen.

Von Antje  Thon

Quelle: HNA

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