Moderne Zweiräder: E-Bikes sind nicht mehr nur für Tretfaule geeignet

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Fachmännisch beraten: Nils Wolf (links) und Axel Bischoff finden für jeden Radler das passende Pedelec. Denn Elektrofahrrad ist nicht gleich Elektrofahrrad.

Melsungen. Der Frühling steht vor der Tür und lockt mit wärmenden Sonnenstrahlen die Radfahrer ins Grüne. Egal ob Rennrad, Mountainbike oder rostiger Drahtesel Fahrrad raus aus dem Keller und sportlich unterwegs sein, so lautet das Motto.

Auch viele Elektofahrräder (E-Bikes/Pedelecs) sind zu beobachten. Und die sind keineswegs nur für Sportmuffel interessant. Wir haben den Test beim Zweiradhaus Melsungen gemacht.

Ein E-Bike fahren? Nie im Leben! Das macht man, wenn man zu faul zum Strampeln ist. Dieser Meinung war HNA-Volontärin Jasmin Paul (27) zumindest bis zur Testfahrt auf einem Pedelec.

"Die Zeit der Senioren-Räder, die wie ein Mofa ohne Strampeln fahren, ist längst vorbei", erklärt Axel Bischoff vom Zweiradhaus Melsungen. Der Elektro-Motor des Pedelec unterstütze nur die Tretbewegung. Somit brauchen E-Biker lediglich weniger Kraft. "Auf die faule Haut legen und das Rad alleine arbeiten lassen, das geht nicht", sagt Bischoff.

Pedelecs gibt es mittlerweile in quasi allen Formen, Farben und Modellen. "Ob Mountainbike oder Cityrad, Heckantrieb für sportliches Fahren oder komfortabler Frontantrieb, Herrenrahmen oder tiefer Durchstieg, für jeden Radlertyp gibt es das passende E-Bike", erörtert Nils Wolf.

Ein gutes Pedelec koste zwischen 2000 und 3500 Euro, je nach den persönlichen Fahransprüchen. Für die Testfahrt stand ein silbernes Pedelec mit orangefarbenen Rallyestreifen bereit. Der Motor, mittig am Gestell angebracht, war kaum zu sehen und vor allem kaum zu hören. Während sich andere am Berg mühsam abstrampeln, kann man sich mit dem Elektrorad unbemerkt vorbei mogeln und neidische Blicke ernten.

Die Handhabung ist denkbar einfach: Bremsen und Handschaltung sind am gewohnten Platz. Zusätzlich gibt es einen kleinen Monitor an der Lenkstange, über den sich die Motorunterstützung stufenweise einstellen lässt. Man kann sich also völlig frei entscheiden, ob und wann man sich beim Strampeln mehr oder weniger anstrengen möchte.

Pedelec kann im Prinzip jeder fahren. Es gibt kein zu alt oder zu jung, zu sportlich oder zu faul. Gerade für Familienausflüge, bei denen unterschiedliche starke Fahrer unterwegs sind oder jemand mit Kinder-Fahrradhänger fährt, bei starkem Gegenwind oder für bergige Strecken ist der elektrische Motor von unschätzbarem Wert.

Man schwitzt vielleicht etwas weniger, aber Muskelkater bekommt man genauso wie beim guten alten Fahrrad. Also, das gute Wetter nutzen und in die Pedale treten.

Hintergrund: E-Bike ist längst nicht mehr E-Bike

Die mit einem Elektromofa vergleichbaren E-Bikes, die fahren, ohne dass man in die Pedale tritt, gibt es kaum noch. Dafür ist das Pedelec (Pedal Electric Cycle, engl. für Rad mit Tretunterstützung) auf dem Vormarsch. Das heißt: Der Radfahrer wird mit einem Elektromotor bis maximal 250 Watt unterstützt. Dabei kann er eine Geschwindigkeit bis zu 25 Stundenkilometer erreichen. Die nötige Energie dafür liefert Strom aus der Steckdose. Als dritte Kategorie gibt es die S-Klasse unter den E-Bikes, das schnelle Pedelec: Mit einer motorbetriebenen Geschwindigkeit von bis zu 45 Stundenkilometer zählt es zu den Kleinkrafträdern. Führerschein und Versicherungskennzeichen sind Pflicht. Aber auch hier gilt: In die Pedale treten muss der Radfahrer selbst. Die meisten Pedelecs bieten vier Unterstützungsstufen. Je nach Motor und Akku sind Touren von 40 bis 200 Kilometern möglich, ohne das Fahrrad aufladen zu müssen.

Von Jasmin Paul

Quelle: HNA

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