Möchte Schauspieler werden: Alexander Bräutigam aus Großenenglis

Alexander Bräutigam

Großenenglis. Eine Geste, ein Blick, gesprochene Worte. Dazu kommen aufwendige Kleidung und ein konzentrierter Gesichtsausdruck. Die Aufführungen anzusehen ist eine Sache, selbst auf der Bühne zu stehen und in eine andere Rolle zu schlüpfen, ist etwas ganz anderes.

Einer, der sich dem Bühnenleben verschrieben hat, ist Alexander Bräutigam aus Großenenglis. Der 25-Jährige macht eine Ausbildung an der Schauspielschule in Kassel und spielt in der Theatergruppe KulT des Fritzlarer Kulturvereins mit. Der Antrieb, den er dabei hat, ist ein ganz einfacher: „Jede Vorstellung und Rolle ist anders und es gibt immer eine Botschaft für das Publikum“, so Bräutigam.

Das Hobby als Beruf

Doch sein Weg an die private Schule war nicht immer klar: Nach seiner Fachhochschulreife folgte im Jahr 2007 eine dreijährige Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten beim Versorgungsamt. Doch der Hobbyfußballer wollte mehr: Als er nach einem Jahr erfuhr, dass sein Vertrag nicht verlängert wird, begann er, über seine Zukunft nachzudenken. Theater spielt er schon, seit er denken kann: Zuerst in der Theatergruppe Großenenglis, seit 2011 in Fritzlar.

Doch die Idee, sein Hobby zum Beruf zu machen, kam ihm erst, als Zuschauer ihn mehrfach aufforderten, es hauptberuflich mit der Schauspielerei zu versuchen. „Dass den Leuten gefällt, was ich mache, war mein Anstoß“ , erzählt er. Seit 2012 absolviert er die Ausbildung, 2016 wird sie beendet sein. Gelernt wird dabei alles, vom Tanzen über Gesang bis hin zu Körperbeherrschung und Sprechtraining.

Eine Eventagentur hatte im Dezember die 30 Schüler der Schule gefragt, ob sie den Klassiker „Dinner for One“ in der Tram in Kassel aufführen könnten. Acht Schauspieler meldeten sich für das Projekt „Dinner for Tram“, darunter Alexander Bräutigam.

„Man wusste nie, wie man das Stück in der Tram aufführen kann, ob nicht Taschen im Weg stehen. Wir haben also dreimal geprobt und während der Aufführungen immer wieder improvisiert“, sagt Bräutigam mit einem Lächeln im Gesicht. „Es gab nur positive Rückmeldungen, manche Personen sind extra deshalb in der Tram mitgefahren.“ Diese guten Erfahrungen bestärkten ihn in seinem Entschluss.

„Theaterspielen erfüllt mich.“

Die Aussicht, 40 Jahre in einem Büro zu verbringen sei nichts für Alexander Bräutigam. Er bräuchte die Abwechslung, die das Theaterspielen ihm durch die verschiedenen Rollen gebe. Erst dadurch fände er Erfüllung in der Sache, die er sein Leben lang ausüben möchte.

Wenn seine Ausbildung beendet ist, möchte er gerne in einem kleinen Theater beginnen. Wo ist ihm egal, Hauptsache auf einer Bühne.

Von Leona Nieswandt

Quelle: HNA

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