Immer wieder werden explosive Reste des 2.Weltkriegs gefunden

Mörsergranate bei Waldspaziergang gefunden: Todenhäuser stößt auf scharfe Munition

Damit hatte Dieter Nickel bei seinem Waldspaziergang auch nicht gerechnet. In einem Graben fand der Todenhäuser eine scharfe Mörsergranate aus dem Zweiten Weltkrieg. Fotos: privat/Haaß

Todenhausen. Auch heute noch finden sich überall in Deutschland gefährliche Hinterlassenschaften des Zweiten Weltkriegs. Selbst an Orten, an denen es keine Kampfhandlungen gab, muss man damit rechnen, auf scharfe Munition zu stoßen.

Dieter Nickel aus Todenhausen hat solch einen Fund gemacht und sich dabei vorbildlich verhalten. Bei einem Waldspaziergang in der sogenannten „Struth“ entdeckte der Todenhäuser in einem Graben eine gut erhaltene Mörsergranate. Er habe seinen Hund Balu gleich zurückgerufen, erinnert sich Nickel. 

Auch 72 Jahre nach Kriegsende immer noch gefährlich: Eine amerikanische 60mm-Mörsergranate. Es könnte es sich um eine mit 200 Splittern und einem Wirkradius von rund 15 Metern handeln.

Da er seinen Wehrdienst bei der Artillerie abgeleistet habe, sei ihm sofort klar gewesen, was da Explosives vor ihm liege, so der 58-Jährige weiter: „Ich habe die Granate nur fotografiert.“ Ein Telefongespräch mit dem Wehrführer der örtlichen Feuerwehr bestätigte Dieter Nickel in seinem Verdacht, und er setzte sich umgehend mit der Polizei in Verbindung. Eine Streife sei sehr schnell vor Ort gewesen, lobt der Todenhäuser. Am nächsten Vormittag wurde die Granate vom Kampfmittelräumdienst geborgen.

Auf schriftliche Anfrage bestätigte die Polizeidirektion Schwalm-Eder den Munitionsfund. Die Granate habe sich rund einen Kilometer von Todenhausen entfernt im Wald befunden, so Pressesprecher Markus Bettschneider: „Wie sie konkret dorthin kam, ist nicht bekannt. Es handelte sich jedoch um eine echte Granate aus dem letzten Krieg.“

Der organisatorisch beim Regierungspräsidium Darmstadt angegliederte Kampfmittelräumdienst des Landes Hessen erklärte, dass es sich bei dem von Dieter Nickel gefundenen Geschoss um eine amerikanische 60-Millimeter- Mörsergranate gehandelt habe. Man gehe von einem Einzelfund aus, so die Fachleute.

Wie die Granate letztlich in dem Graben landete, konnte der Kampfmittelräumdienst auch nicht sagen. Man solle sich beim Fund alter Kriegshinterlassenschaften aber sofort zurückzunehmen und die Polizei verständigen, betonte der Pressesprecher. Grundsätzlich gilt: Hände weg von Munitionsfunden.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion