Beeindruckende Hommage an Michael Jackson in der Zierenberger Stadtkirche

Moonwalk vor dem Altar

Mitreißend: Perfekte Tanzchoreografien machten beim Auftritt des Jugendchores Wilhelmshöhe-Brasselsberg den eindrucksvollen Blick auf Leben und Karriere von Michael Jackson perfekt. Fotos: Hoffmann

Zierenberg. Talent, Träume, Ausnahmetalent. Worte, die Leben und Karriere des King of Pop auf den Punkt bringen. Selten hat sich jemand so einfühlsam mit Michael Jackson und dessen Karriere auseinandergesetzt, wie die Mitglieder des Jugendchores Wilhelmshöhe-Brasselsberg.

Gänsehaut dürfte dafür das beste Indiz sein, und davon hatte man am Samstagabend in der Zierenberger Stadtkirche reichlich.

Wenn Welthits wie „Heal the World“ oder „Earth Song“ in mehrstimmigem Chorgesang zur Aufführung kommen, dann geht das unter die Haut. Auch wenn die jungen Frauenstimmen die Herren stets dezent übertönten, kam unterm Strich ein stimmiges Gesamtwerk heraus, untermauert durch gespielte Rückblicke auf das Leben Michael Jacksons, etwa zum ersten Zusammentreffen mit Diana Ross oder in legendäre Fernseh-Interviews, in denen der einstige Superstar zu pikanten Vorwürfen Stellung nehmen musste.

Jackos viele Gesichter

Bibelzitate stellten das Leben in Kontext zur christlichen Botschaft. Ist er nun der King of Pop, der God of Pop oder schlicht Gottes Kind? Eines konnten die jungen Sänger ganz klar sagen: Jacko war ein medial inszenierter Gott, „The Man in the Mirror“, so auch der Titel ihres Programms. Der „Mann im Spiegel“ hatte viele Gesichter, die er bis zu seinem Tod vor zwei Jahren auf unterschiedliche Art und Weise in die Welt geschickt hat. Um das Spiel mit dem Image geht es auch im Titel „Bad“, der in der Interpretation des Kasseler Sängers fast noch eindrucksvoller daher kam, als das Original.

Eine Herausforderung für Jackson: der Beginn des Videozeitalters in den Achtziger Jahren. Immer aufwändiger in der Produktion, immer ausgefeilter die Choreografien. Die waren auch für das Kasseler Ensemble eine Herausforderung, da einige Tänzer krankheitsbedingt ausgefallen waren.

Dank Pamela Hering von der Kasseler Tanzwerkstatt tat das der tänzerischen Untermalung von Titeln wie „Black or White“ oder „Billie Jean“ aber keinen Abbruch, selbst der legendäre Moonwalk ging perfekt über den eigens vor dem Altar aufgebauten Tanzboden.

Das anfangs gemachte Versprechen an die Zuhörer, Michael Jacksons Texte und Musik einmal wesentlich gehaltvoller zu erleben als vielleicht bislang gedacht, haben die jungen Akteure mehr als gehalten.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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