„Da waren überall Polizisten“

Festnahme in Verna nach Mord an 17-Jährigem - Augenzeugin: "Alles ging ganz schnell"

Verna. Die Festnahme des mutmaßlichen Mörders eines 17-Jährigen in Fulda ist Dorfgespräch im 770-Seelenort Verna. Wir sprachen mit einer Dorfbewohnerin und Augenzeugin der groß angelegten Polizeiaktion am Montagabend.

Es kam ihr gleich komisch vor, als sie nach der Arbeit von Homberg in ihren Heimatort Verna fuhr: „Überall standen Polizeiwagen auf der Strecke. Ich habe nur gedacht, die suchen bestimmt jemanden“, sagt die Anwohnerin im HNA-Gespräch. Ihren Namen will sie in der Zeitung lieber nicht lesen.

Als sie kurz vor 20 Uhr nach Verna reingefahren sei, hätten sie Polizisten gestoppt. „Die haben mir Kellen und einer Taschenlampe angezeigt, ich soll wieder umdrehen.“ In dem Moment hörte sie auch einen Hubschrauber über Verna kreisen, den sie im Dunkeln aber nicht sehen konnte.

Die Anwohnerin war neugierig worden. Sie drehte um und fuhr von anderen Seite ins Dorf. Auch dort wurde die Straße von Polizeiwagen abgesperrt. Die Vernaerin stieg aus und kam zu Fuß bis zu der Straße, in der SEK-Beamte kurz zuvor den 38-jährigen mutmaßlichen Mörder und dessen 30-jährige Lebensgefährtin festgenommen hatten. Polizisten hinderten sie daran, näher an das Haus heranzukommen, vor dem der Einsatz stattfand. Aus der Ferne konnte sie das Geschehen aber beobachten.

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Die Augenzeugin kennt die Bewohnerin des Hauses und weiß, dass diese dort gestern ihren Geburtstag feierte. Auf der Gästeliste standen auch deren Nichte, die 30-jährige tatverdächtige Frau und deren Lebensgefährte, der mutmaßliche Mörder. „Alles ging ganz schnell. Ich sah noch wie ein Mann auf dem Boden lag. Ich glaube, er hatte eine Art Sack über dem Kopf“, sagt die Dorfbewohnerin.

Nachdem die Polizei mit den Festgenommenen abgerückt war, beobachteten die Anwohner, wie die Spurensicherung in weißen Anzügen einen Wagen am Straßenrand unter die Lupe nahm. Jetzt fiel ihr auf, dass es ein dunkler 5er-BMW mit Konstanzer Nummernschild war. Sie erinnerte sich, dass die Polizei nach einem solchen Modell mit Hilfe der Medien gefahndet hatte. „Da konnte ich mir eins und eins zusammenrechnen.“

Wie sie später von anderen Dorfbewohnern erfuhr, warteten Polizisten den ganzen Tag über schon im Dorf. Die Geburtstagsfeier hatte bereits am Nachmittag begonnen. „Die Polizei hat wohl auf den Moment gewartet, bis der Mann zur Tür herauskam. Die wollten sicher nicht riskieren, hineinzugehen. Es war ja nicht klar, ob der eine Waffe dabei hat.“

Quelle: HNA

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