Mitglieder der Neonazi-Band „Kommando Freisler“ verurteilt

Mordhetze auf CD

Schwalm-Eder. Das Amtsgericht Herzberg (Harz) hat am Montag zwei Musiker der rechtsextremen Szene wegen ihrer Beteiligung an einer CD der Neonazi-Band „Kommando Freisler“ zu Geldstrafen verurteilt. Darunter ist auch der 30-jährige Schlagzeuger, der aus dem Schwalm-Eder-Kreis stammt. Er muss wegen Volksverhetzung 90 Tagessätze zu je 40 Euro zahlen.

Hauptangeklagter war der 32-jährige Sänger der Gruppe, der ein Tätowierstudio in Bad Lauterberg betreibt. 150 Tagessätze zu je 20 Euro lautete das Strafmaß in seinem Fall. Er hatte die Anklagevorwürfe eingeräumt und auch zugegeben, Urheber der volksverhetzenden Texte gewesen zu sein.

Die Texte auf der CD „Geheime Reichssache“ seien die entsetzlichsten, die er in seiner langjährigen Berufstätigkeit gehört habe, sagte Oberstaatsanwalt Hans Hugo Heimgärtner. In den auf Schlager- und Volksliedmelodien gemünzten Liedtexten des vermutlich im Herbst 2003 produzierten Tonträgers wird Mordhetze gegen Juden betrieben und eine Neuauflage des Holocausts propagiert.

Entsetzliche Hass-Texte

Das Gericht blieb mit seinem Urteil unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Diese hatte Freiheitsstrafen von einem Jahr beziehungsweise sechs Monaten gefordert, die zur Bewährung ausgesetzt werden sollten. Die Staatsanwaltschaft will Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen.

Der Anwalt des 30-Jährigen aus dem Schwalm-Eder-Kreis forderte Freispruch für seinen Mandanten, weil dessen Beteiligung nicht bewiesen sei.

Ursprünglich sollte sich am Montag auch noch ein dritter Angeklagter verantworten, der das Booklet der CD gestaltet haben soll. Das Gericht trennte dieses Verfahren jedoch ab, weil der Anwalt des Mannes vor kurzem gestorben ist.

Das Bundeskriminalamt hatte in großem Umfang gegen die zunächst unbekannten Urheber ermittelt. Unter anderem ließ die Behörde ein Stimmengutachten anfertigen, berichtete ein als Zeuge geladener BKA-Beamter. Dieses führte die Ermittler dann auf die Spur des 32-Jährigen, der zuvor bereits als Sänger der rechtsextremen Formation „Agitator“ in Erscheinung getreten war. (nh)

Von Heidi Niemann

Quelle: HNA

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