Sie verkauften Haushaltsgegenstände:

Jakobi-Markt am Ende: Frauenhilfe schließt Second-Hand-Lädchen nach 16 Jahren 

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Die Aktiven des Jakobi-Markts von links Irmgard Bosmann, Elfriede Kerst, Gerda Bulat, Gisela Becker, Elfriede Knierim, Sabine Knobel, Renate Süß, Emma Liebeck und Liselotte Stöbel. Sie danken auch allen Spendern. 

Den ehrenamtlich betriebenen Jakobi-Markt in Neumorschen gab es 16 Jahre lang. Nun hat er geschlossen. Betrieben wurde er von den Frauen der evangelischen Frauenhilfe Neumorschen.

Sie verkauften gespendete Haushaltsgegenstände wie beispielsweise Geschirr, Elektroartikel, Schmuck und Instrumente für wenig Geld.

„In den ersten Jahren ließen sich besonders gut Sammeltassen verkaufen“, erinnert sich die Vorsitzende des Frauenvereins, Sabine Knobel. Mit dem Erlös konnte dann so manche Renovierungsarbeit der Wehrkirche St. Jakobi unterstützt werden. Dafür war das Lädchen in der Marktstraße in den vergangenen Jahren an drei Vormittagen in der Woche geöffnet. Bei Bedarf durchforsteten die Mitarbeiterinnen sogar die eigenen Schränke, um Kundenwünsche zu erfüllen und ein gutes Geschäft abschließen zu können.

Bräutigam kauft in letzter Sekunde Eheringe

Einmal sei selbst ein Bräutigam im Markt fündig geworden, der die Ringe für die Trauung vergessen hatte, erzählen die Frauen als eine ganz besondere Anekdote aus 16 Jahren seit der Eröffnung des Ladens am 1. April 2003. Schade finden es deshalb alle Beteiligten, dass nun Schluss ist. „Doch mit den Jahren fällt die Arbeit schwerer“, sagt Sabine Knobel. Fast alle Frauen haben bereits das 80. Lebensjahr erreicht und seien nicht mehr so fit wie vor 16 Jahren. Dazu komme, dass eine Aktive, die den „Samstagsdienst“ lange ausübte, weggezogen ist. Zudem waren die Einnahmen rückläufig.

2004 erreichten die Damen eine Jahresspende von 4000 Euro, 2018 waren es nur noch 1200 Euro. „Manchmal öffneten die Damen vormittags den Laden und kein einziger Besucher kam vorbei“, berichtet Knobel. So wurde der Jakobimarkt nach dem Ausverkauf beim jüngsten Weihnachtsmarkt geschlossen. Was nach dem Verkauf noch übrig war, wurde teilweise vom „Einladen“ des Diakonischen Werks Schwalm-Eder übernommen.

Übrige Sachen am Freitag kostenlos abzuholen

Dennoch sind noch Sachen übrig, die am Freitag von 9 bis 12 Uhr sowie von 14 bis 17 Uhr kostenlos im ehemaligen Jakobi-Markt an der Marktstraße abgeholt werden können. Damit sich die Frauen weiterhin regelmäßig treffen, gründeten sie einen Stammtisch in der Märchenschmiede Morschen. Dort sitzen sie jetzt und lassen die vergangenen 16 Jahre Revue passieren.  

Quelle: HNA

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