Überschuss von 11.500 Euro

Jesberg legt ausgeglichenen Haushalt vor - Schuldenberg aber  hoch wie nie

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Die Lage ist besser als gedacht: Jesberg legt einen ausgeglichenen Haushalt vor. Der Bürgermeister aber tritt auf die Euphoriebremse, die finanzielle Situation der Gemeinde sei dennoch alles andere als berauschend.

Jesberg. Das sind gute Nachrichten: Die Gemeinde Jesberg legt einen ausgeglichenen Haushalt vor.

Der Überschuss beträgt zwar gerade einmal 11.500 Euro, doch schließt die Gemeinde den Haushalt mit schwarzen und nicht mit roten Zahlen ab. Für Bürgermeister Schlemmer definitiv ein Grund zur Freude - auch wenn Jesberg nach wie vor alles andere als auf Rosen gebettet ist.

Das ausgeglichene Ergebnis sei das Ergebnis einer konsequenten Haltung. Zum einen hätten die Gebühren konsequent erhöht werden müssen, zum anderen sei jede Ausgabe genauso konsequent auf den Prüfstand gestellt worden. Denn der Kanalbau fordere der Gemeinde enorme finanzielle Anstrengungen und einen harten Kampf ab. Dabei sei es nicht hilfreich, dass weder Bund noch Land Signale gäben, dass sie das Überleben der kleineren Gemeinden sichern wollten, kritisierte Schlemmer.

Der zweite große Ausgabenpunkt sind die Personalkosten. Die werden mit 1,1 Mio. Euro veranschlagt und ermöglichten alles andere als einen „Personalluxus“. 60 Prozent der Mitarbeiter im Rathaus seien nur damit beschäftigt, den Weisungen von Bund und Land nachzukommen.

Die Einnahmen für 2015 fallen höher aus, weil in diesem Jahr Sonderposten und höhere Investitionszuschüsse anfallen. Und dennoch könne man den Einwohnern noch immer nicht versprechen, dass das Ende der Fahnenstange in Sachen Gebührenerhöhung erreicht sei. Dabei sei ihm durchaus bewusst, dass den Bürgern in diesen Zeiten viel abverlangt werde.

Aber nicht nur die Belastungen, auch die Schulden sind so hoch wie nie. Jesberg habe mit mehr als 14 Millionen Euro die ultimative Schuldenspitze erreicht: „Das ist der Mount Everest.“ Die Gemeinde wolle dringend diesen Berg abbauen, müsse aber auch noch weiter in den Kanalbau in Reptich, Hundshausen und Densberg investieren. „Und wir haben keine Reserven mehr“, betonte Schlemmer.

Doch auch wenn die Themen (Ab-)Wasserversorgung seit Jahr und Tag die Gemeinde beschäftige, habe die Gemeinde die Gebührenhaushalte fest im Griff, sagte Schlemmer. Denn nur, wenn die Gemeinde in diesem Bereich den Ausgleich schaffe, könne sie auch weitere Forderungen an Bund und Land stellen.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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