Nach Attacken kommt es häufiger zu Entzündungen

Mückenstich kann böse enden – So schützen Sie sich

Schwalm-Eder. Ein kleines Tier mit langen Beinchen und einem Saugrüssel sorgt jetzt wieder für viel Verdruss. Und seine Stiche können sogar bedrohliche Folgen haben.

In der beginnenden warmen Jahreszeit treten Stechmücke vermehrt auf und traktieren die Menschen. Ein Stich führt oft dazu, dass die Haut heiß wird und anschwillt. Nach ein paar Tagen ist meist alles wieder vorbei. Im schlimmsten Fall können Stiche aber auch lebensgefährlich werden.  

Es treten immer mehr Fälle auf, in denen die Wunde nicht so einfach verheilt. „Die Infektionsraten nehmen zu. Wir hatten in diesem Jahr schon zehn bis 15 Fälle von Menschen, deren Stich sich entzündet und zu einer Lymphangitis geführt hat“, sagt Dr. Stephan Brandtstaetter, Oberarzt für Allgemeine Chirurgie, am Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar. Bei einer Lymphangitis handelt es sich um eine Entzündung der Lymphbahnen sowie der Haut.

Verschiedene Symptome 

Die Symptome werden häufig mit einer Blutvergiftung verwechselt, diese geht aber erst bei Nichtbehandlung daraus hervor. Die Vorboten zeigen sich laut Brandtstaetter ganz unterschiedlich.

Manchmal beginne die betroffene Stelle um den Einstich bereits nach einem Tag, manchmal erst nach mehreren Tagen anzuschwellen. Sobald ein roter Strich von der Wunde nach oben wandere, sollte man so schnell wie möglich zum Arzt gehen. „Dann ist eine schnelle Behandlung nötig: „Es handelt sich um eine schwere Infektion, die, wenn sie die Hauptblutbahnen erreicht, zu einer Blutvergiftung führen kann“, sagt der Oberarzt. Als weitere mögliche Begleiterscheinungen treten Fieber, Schüttelfrost und Unwohlsein auf.

Beginn der Mückenzeit 

Gründe, warum die Infektionen durch Stechmücken und insbesondere auch Bienenstiche zugenommen haben, sieht der Arzt bei den Insekten selbst. „Seit zwei Jahren fällt auf, dass Menschen viel heftiger auf Stiche reagieren als vorher. Es könnte daran liegen, dass sich die Keimlast der Insekten verändert hat.“

Menschen hätten gewisse Resistenzmuster in Form von Bakterien auf der Haut, die bei einer Wunde eine Infektion verhindern können. „Es kann sein, dass die Insektenkeime gegen die Bakterien auf der Haut immun sind“, sagt Brandtstaetter. Bei einer leichten Entzündung könne man Antibiotika verabreichen, ist sie schwerwiegender, müsse intravenös, also direkt in eine Vene, behandelt werden.

Die Mückenzeit beginne erst im Sommer richtig. Als Schutz rät Stephan Brandtstaetter, lange Kleidung zu tragen und Fliegengitter vor den Fenstern anzubringen.

Falls man doch gestochen werde, solle man die Stelle kühlen. Das Immunsystem könne so schneller die Bakterien abtöten und sich gegen das Gift im Körper wehren. Außerdem solle man die Stelle in Ruhe lassen und nicht kratzen.

Dr. Dieter Conrad, Facharzt für Allgemeinmedizin und Vorsitzender des Hausärzteverbandes Hessen, sind noch keine Fälle von Entzündungen in diesem Jahr bekannt. Der Mediziner rät, darauf zu achten, ob die Lymphknoten nach einem Stich anschwellen, das sei auch ein Zeichen für eine Entzündung. Fälle von Lymphangitis seien Conrad aber in diesem Jahr noch nicht bekannt.

Von Leona Nieswandt

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare