Müllwerker - kein leichter Job im Winter

Eingespieltes Team: Die Müllwerker Jacek Makowski (links) und Martin Kurek sind täglich von 5 bis 16 Uhr unterwegs, um unseren Müll einzusammeln. Fotos:  Berger

Kreisteil Melsungen. Sie entsorgen, was wir wegwerfen. Alle 14 Tage, zu jeder Jahreszeit. Die Müllwerker Martin Kurek und Jacek Makowski sowie Müllwagenfahrer Michael Wolf können sich über mangelnde Beschäftigung wirklich nicht beschweren, denn Abfall gibt es immer.

Allerdings birgt gerade der Winter eine ganze Reihe von Widrigkeiten für die drei Männer, die unter anderem den gesamten Kreisteil Melsungen bedienen. Besonders in den vergangenen Tagen, als Schneeberge und spiegelglatte Eisflächen ohnehin jegliche Fortbewegung erschwerten. Wir haben das Team auf seiner Tour durch den Felsberger Stadttteil Hilgershausen begleitet und uns erzählen lassen, welche Schwierigkeiten die Männer während der Wintermonate haben.

„Die Witterung, vor allem das Eis, setzt uns natürlich ziemlich zu“, sagt Berufskraftfahrer Michael Wolf. Seit 31 Jahren lenkt er nun für die Firma Fehr das Müllauto durch den Schwalm-Eder-Kreis. Wolf kennt seinen Laster in- und auswendig. „Und trotzdem ist es manchmal nicht leicht, gegen das Wetter anzukommen“, erzählt er.

So könne er im Winter seine tägliche Tour, die bereits um fünf Uhr beginnt, nicht immer wie geplant antreten. „Wenn morgens alles vereist ist, kann ich kaum mit 28 Tonnen unterm Hintern den Hof verlassen“, sagt der 50-Jährige. Immerhin trage er die Verantwortung. Für das Fahrzeug, für die erfolgreiche Erledigung der Touren und schließlich für die beiden Müllwerker, die von 5 bis etwa 16 Uhr einen kräftezehrenden Gewaltakt absolvieren müssen.

Kräftezehrender Job

Runter vom Trittbrett und wieder rauf, schwere Tonnen durch Schneemassen zerren, heben, schwitzen, ächzen. Und das in Windeseile, müssen doch alle Tonnen und Container angefahren werden - bevor die Mülldeponie in Uttershausen um 16.30 die Pforten schließt.

Die Männer lieben ihren Job. „Wir sind selbständig, eigenverantwortlich und frei“, sagt Michael Wolf. Etwas anderes zu sein als Berufskraftfahrer bei der Müllabfuhr kann er sich nicht vorstellen: „Schon als Kind wollte ich mit den Aschemännern mitfahren.“

Auch Martin Kurek und Jacek Makowski betonen, ihre Arbeit sehr gern zu machen. „Wir bleiben körperlich fit und sind stets an der frischen Luft“, sagt Kurek (33). Dabei ist der Job nicht nur schön. Manche Zeitgenossen machen den Müllwerkern zuweilen ziemlichen Ärger.

„Viele haben einfach keine Zeit“, sagt Michael Wolf. „Wenn wir dann die Straße kurz versperren, werden einige Leute richtig böse“, ergänzt Makowski, der seit zehn Jahren mit Michael Wolf das Müllauto besetzt. Der berichtet: „Uns wurden auch schon Schläge angedroht.“

Frühstück zum Dank

Böse Menschen gebe es überall. „Aber die meisten sind freundlich und hilfsbereit“, erzählt Martin Kurek. Das seien solche, die die Müllwerker mit kleinen Aufmerksamkeiten bedenken, sie sogar dann und wann zum feudalen Frühstück einladen. „Manche machen sich richtig Mühe, sich bei uns für unsere Arbeit zu bedanken.“

Und das freue die Drei ganz besonders. „Wenn die Menschen noch ein ganz klein wenig helfen, dann ist alles gut“, sagt Michael Wolf und erzählt, was die Arbeit der Müllwerker im Winter erleichtert. „Wenn beispielsweise der Schnee um die Tonnen ein bisschen beiseite geschoben wird, dann ist uns schon ernorm geholfen.“

Und dann ist die Tour durch Hilgershausen auch schon beendet. Nach nur vierzig Minuten. Die drei Männer haben keine Zeit, müssen gleich weiter. Die Tonnen im nächsten Ort warten schon.

Hintergrund: Kleine Hilfen, große Erleichterung

Das können Grundstückseigentümer tun, um der Müllabfuhr den Job zu erleichtern:

• im Winter Schnee um die Mülltonnen entfernen beziehungsweise Tonnen aus dem Schnee ziehen

• Schnee von den Tonnendeckeln entfernen

• Tonnen nicht zuparken

• Mülltonnen mit dem Griff zur Straße stellen

• Geduld aufbringen, wenn kurzfristig die Straße durch ein Müllfahrzeug versperrt ist. (zbg)

Quelle: HNA

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