Hobbyarchäologe findet 700 Jahre alten Wolfhager Silberfennig

Kleine Münze: Die Vorderseite zeigt Landgraf Heinrich I.

Balhorn. Seinen aktuellen Fund hat Hobbyarchäologe Harald Viereckt aus Burghasungen einem Maulwurf zu verdanken. Das Tier hat nach seinen Grabungen den überschüssigen Abraum ans Tageslicht geschoben und mit ihm einen etwa 700 Jahre alten Silberpfennig.

Fündig wurde Viereckt bei der Wüstung Holzkirchen, etwa 1,5 Kilometer von Balhorn entfernt. Reste der mittelalterlichen Anlage sollen sich noch im Boden befinden, das deuten Luftaufnahmen an, die von einem Flugzeug aus aufgenommen wurden. Entdeckungen machte der Heimatforscher schon früher an dieser Stelle. So war er vor einigen Jahren auf menschliche Gebeine und Schädel gestoßen, die vermutlich vom Friedhof rund um die hölzerne Kirche stammen.

Harald Viereckt: „Wenn ich in Holzkirchen unterwegs bin, untersuche ich akribisch jeden Maulwurfshaufen. Denn die grabenden Tiere befördern so manchen geschichtlichen Hinweis an die Oberfläche.“ Er sei sich sicher, dass in tieferen Erdschichten noch so einiges schlummere.

Echtheit bestätigt

Für den relativ gut erhaltenen Wolfhager Silberpfennig, der um 1300 geprägt sein soll, hat Geologe Dr. Rainer Kunz von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Kassel jetzt die Echtheit bestätigt. Die Münze zeigt auf der Vorderseite das Bild von Landgraf Heinrich I. (1244 - 1308) mit Schwert und Reichsapfel, auf der Rückseite ist das Wolfhager Teichtor zu sehen. Dort hatte früher die Münzstätte der im Jahre 1231 gegründeten Stadt Wolfhagen gestanden.

Entdeckt auf einem Acker: Harald Viereckt (Burghasungen) fand in der Balhorner Gemarkung Holzkirchen einen Silberpfennig. Er wurde in Wolfhagen um das Jahr 1300 geprägt. Fotos: zih

Wie die Münze in den Acker gelangt ist, darüber kann Viereckt nur spekulieren. Holzkirchen befindet sich zwar in der Nähe von Balhorn, gehörte jedoch zum Amt und Gericht Wolfhagen. Viereckt: „Wahrscheinlich hat ein Holzkirchener auf dem Markt in Wolfhagen etwas verkauft, Feldfrüchte oder Töpferware, dafür das Geld erhalten und dieses dann verloren.“

In Holzkirchen, das im Jahr 1334 vom damaligen Landgrafen als verwüstetes Dorf bezeichnet wird, habe es neben einer Kirche maximal zwölf bis 15 Gebäude gegeben. Die Letzterwähnung des Dorfes ist auf das Jahr 1515 datiert. (zih)

Quelle: HNA

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