Im Naumburger Fundbüro hebt Maria Hamel wertvolle und kuriose Gegenstände auf

Von Mützen bis Handys

Verloren und nicht abgeholt: Maria Hamel, Mitarbeiterin bei der Stadt Naumburg, sammelt alle Fundstücke in Kartons, in der Hoffnung, dass sich die Eigentümer irgendwann melden. Foto: Dietzel

Naumburg. In einem Karton stapeln sich Umschläge mit Schlüsseln, Ringen und Brillen. Jede Menge kleine Gegenstände bewahrt Maria Hamel im Fundbüro der Stadt Naumburg auf, oft jahrelang.

Fast jede Woche kommt jemand ins Rathaus und gibt etwas ab, das er auf der Straße gefunden hat: Darunter sind häufig Handtaschen, Schals und Schmuckstücke, aber es sind auch hin und wieder Fahrräder und Kleidungsstücke dabei. Auch Wertgegenstände wie Portemonnaies und Handys und sogar Bargeld werden immer wieder gefunden und abgegeben. Vieles bleibt im Fundbüro, ohne dass die Eigentümer sich melden.

Maria Hamel führt ein Fundbuch, in das sie die Gegenstände, Datum und Finder einträgt. Größere Dinge veröffentlicht sie auf der Webseite der Stadt, in der Hoffnung, dass sich jemand meldet, der eine Fundsache vermisst. Fahrräder und Fußballschuhe gehen dann auch meist an den jeweiligen Eigentümer zurück, doch Schlüssel oder Schmuck zum Beispiel bleiben oft liegen. „Danach fragen die Leute nicht“, sagt Hamel. Und das, obwohl Schlüsselbänder und -anhänger häufig gut zuzuordnen seien.

Hamel wundert sich über viele Gegenstände, die zu ihr gebracht werden, zum Beispiel teure Klamotten. „Wie kann jemand seine Jacke vergessen?“, fragt sie sich.

„Bald ist hier wieder mehr los“, vermutet Hamel, „denn bald ist Karneval.“ Dann würden viele beim Feiern Wertgegenstände verlieren.

Wer etwas vermisst, sei es noch so klein und unscheinbar, sollte einfach mal im Fundbüro nachfragen, rät Maria Hamel.

Im Jahr 2005 hat es in Naumburg die letzte Versteigerung von Fundstücken gegeben. Seitdem hat sich wieder einiges angesammelt. Die Fundsachen müssen mindestens sechs Monate aufbewahrt werden – so ist es gesetzlich geregelt. Nach dieser Zeit kann der Finder die Fundsache für eine Aufbewahrungsgebühr von sechs Euro erhalten, sofern der Eigentümer nicht gefunden wurde.

Von Stefanie Dietzel

Quelle: HNA

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