Habichtswald will Reinigungsqualität prüfen

Multiresistente Keime belasten Abwasser: Diskussion über Nachrüstung der Kläranlagen

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Klärwerk in Ehlen - Habichtswald. 

Wolfhager Land. Multiresistente Keime sind auch in den Abwässern und Gewässern im Wolfhager Land nachzuweisen.

Das erklärt Klaus Wenzel vom Wolfhager Tiefbauamt. „Es ist ein bundesweites Problem, dass Medikamente nicht aus dem Abwasser gefiltert werden können“, sagt er.

Doch das Problem ist weitgehend noch ungelöst: Eine Aufrüstung der Kläranlagen mit einem Aktivkohlefilter würde helfen, um die Keime aus den Gewässern zu filtern. Bislang ist allerdings noch keine Kläranlage im Wolfhager Land mit dem Filter ausgerüstet worden, sagt er. Dass antibiotika-resistente Erreger in der Umwelt wieder zu finden sind und sich dort ausbreiten können, war bislang klar. „Doch die Auswirkungen der Rückstände von Medikamenten, Chemikalien und Pestiziden in unseren Gewässern ist noch nicht ausreichend geklärt“, erklärt Ehlens SPD-Stadtverordneter Thomas Riehm in einem Antrag. Aus diesem Grund fordert die SPD-Fraktion in Habichtswald nun eine Prüfung der Reinigungsleistung des Klärwerks. „Wir wollen die technischen Möglichkeiten und Kosten des Einbaus eines Aktivkohlefilters prüfen“, erklärt er.

„Bislang haben einige Bundesländer Fördermittel zur Aufrüstung der vierten Reinigungsstufe mit Aktivkohlefilter erhalten – Hessen, soweit ich weiß, noch nicht“, erklärt Björn Schröder vom Bauamt Habichtswald. Der Einbau eines Aktivkohlefilters sei mit immensen Kosten verbunden: „Im benachbarten Warburg lagen die Kosten für den Einbau im Millionenbereich“, sagt er. Das bestätigt auch Klaus Wenzel: „Bei einer solchen Größenordnung wie in Wolfhagen, können die Kosten für den Einbau im Millionenbereich liegen.“ Das wiederum würde sich auf die Abwassergebühren niederschlagen. „Eine Investition muss kostendeckend sein.“ Fördergelder wären hilfreich, Wolfhagen profitiere davon aber noch nicht.

Quelle: HNA

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