Mundartdichter Herbert Jacob zu Gast in Wenigenhasungen

Von „Mehken“ und „Hüsken“: Amüsantes vom Plattschwatz-Äquator

Plattdeutsch ist seine Sprache: Herbert Jacob aus Bründersen schreibt seine plattdeutschen Geschichten noch selber. Foto: Ursula Neubauer

Wenigenhasungen. Amüsante Kurzgeschichten in Brüngelsker Platt präsentierte Mundartdichter Herbert Jacob in Wenigenhasungen. 

Wenigenhasungen. Lachen und Schmunzeln waren Trumpf beim Seniorenkreis im Bürgertreff in Wenigenhasungen. Der Grund dafür waren die lustigen Geschichten von Herbert Jacob aus Brüngelsken (Bründersen), der seine Texte in Plattdeutsch vortrug.

Doch bei den Texten des Mundartdichters geht es nicht nur um die Sprache, sondern sie sind auch gleichzeitig Zeitzeugen der Vergangenheit. „Früher gab es die Sommerfrische zwischen Heu- und Kartoffelernte, heute ist immer Urlaubszeit“, sagte Herbert Jacob.

Passend dazu las er Geschichten von seinen beiden Hauptpersonen Karl und Sofie vor, wie sie beim Urlaub an der Nordsee feststellen mussten, dass das Meer bei ihrer Ankunft immer verschwunden war.

Die selbstgeschriebenen Geschichten des 78-Jährigen sind meistens kurz und enden mit einer lustigen Pointe. Jedenfalls amüsierten sich die Zuhörer in Anwesenheit von Pfarrerin Anja Fülling und des ehemaligen Ortsvorstehers Christian Schüssler, der den Seniorenkreis im Auftrag des Ortsbeirates organisiert.

Jacobs Geschichten sind eine Hommage an eine vergangene Zeit, die die Senioren noch miterlebt haben. So ging es auch um ausgestorbene Berufe wie Korbe- und Harkenmaker (Körbe- und Harkenmacher) in seinen Texten. Besonders interessant wurde es für die Zuhörer, wenn der Bründerser von bekannten Personen und deren Missgeschicke erzählte. Die Reise in die Vergangenheit motivierte viele Senioren ebenfalls zum Erzählen. Nebenbei wurde so manche lustige Anekdote wieder neu erzählt.

Dabei wurde nochmal deutlich, dass sich die Dialekte von Ort zu Ort unterscheiden. Herbert Jacob wies in diesem Zusammenhang auf die Sprachgrenze, die entlang der B 251 verläuft. Er nennt ihn den „Plattschwatz-Äkwator“. Vereinfacht gesagt, nördlich der B 251 wird Niederdeutsch und südlich Niederhessisch gesprochen. „Mädchen“ ist beispielsweise im Norden „Mehken“ und im Süden „Mäjen“.

Manchmal käme es auch zu Verwechslungen im Nieder- und Hochdeutschen. So wäre in Bründersen mit Mus die Maus gemeint und mit Maus das Zwetschgenmus, erklärte Herbert Jacob schmunzelnd.

Auch die Musik kam nicht zu kurz. Herbert Jacob gab sein Lied von „Fregenhagen“, eine Adaption des Liedes „Mendocino“ zum Besten. Zum Abschluss eines kurzweiligen Nachmittags spielte Christian Schüssler auf dem Akkordeon, und die Senioren sangen gut gelaunt mit. 

Quelle: HNA

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