Kleinod soll weiter blühen

Museumsleitung in Holzburg: Heidrun Merk nimmt das Zepter in die Hand

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Freut sich auf die Herausforderung: Mit Heidrun Merk (65) wird künftig eine Kulturanthropologin das Dorfmuseum in Holzburg leiten.

Holzburg. Kunsthistoriker Dr. Anton Merk hat dem Museum Holzburg in den vergangenen sieben Jahren zu besonderer Blüte verholfen. Als Leiter lenkte er die Geschicke des Kleinods im Schrecksbacher Ortsteil.

Jetzt gibt der 71-Jährige den Stab weiter an Heidrun Merk. Die Kulturanthropologin arbeitet seit mehreren Jahren mit im Team. Die 65-Jährige bringt reichlich Erfahrung mit. In Frankfurt organisierte sie unter anderem Lesungen und andere kulturelle Veranstaltungen.

Merk will künftig das Rentnerdasein genießen, mehr reisen. „Das war mir sonst nur im Winter vergönnt. Aber ich habe den Übergang gründlich vorbereitet.“ Der 71-Jährige ist zufrieden: „Bis auf zwei Ideen konnte ich alle Wünsche für das Museum umsetzen“, erklärt Merk.

Der Vorsitzende Klaus Hahn sagt über den scheidenden Leiter: „Der Anton war und ist für uns ein Glücksgriff.“ Denn soviel sei verraten – dem Museumsteam bleibt Merk erhalten, auch die Galerie Holzburg wird weiter sein großes Steckenpferd bleiben.

Dabei kann man bei Merk und dem Museum nicht von Liebe auf den ersten Blick sprechen. „Gereizt hat mich anfangs gar nichts. Aber ich habe entdeckt, dass das Land viel Spannendes zu bieten hat.“ Unter Merks Leitung wurde der Bestand geordnet und inventarisiert, die Exponate beschriftet. Als Höhepunkt beschreibt Merk die Trachten- und die Stühleausstellung. Auch „Tulpe, Herz und Stern“ – dort beschäftigte sich der Leiter mit den Ornamenten der Schwalm – sei besonders gewesen. Und die Zusammenarbeit mit anderen regionalen Museen habe sich entwickelt, könne aber noch ausgebaut werden.

Mit Heidrun Merk tritt eine Expertin in Merks Fußstapfen. Schon bei der Ausstellung „Mode und Tracht“ hatte die 65-Jährige mitgearbeitet. „Da hatte ich von Tracht noch gar keine Ahnung“, erzählt sie. Stolz könne man sein auf das, was in Holzburg mit einem solch kleinen Team, den vielen Ehrenamtlichen geschaffen worden sei. „Ich finde ein gut strukturiertes Haus vor.“

Heidrun Merk wird künftig eine etwas andere Handschrift einbringen. Dabei ist ihr erster Wunsch bereits in Erfüllung gegangen – der Museumsladen. Andere Formate hat Merk bereits etablieren können, etwa das Erzählcafé, das gut angenommen wird. Außerhalb der Saison, im Winter, soll die Reihe „Blaue Stunde“ weiterlaufen.

Die Ausstellungen für 2018 sind ebenfalls bereits geplant. Es wird unter anderem um Zwickelstrümpfe und neue Handarbeitstechniken, Keramik und Teller und die Jagd gehen.

Als große Aufgabe schätzt Heidrun Merk die pädagogische Arbeit ein. Auch eine Verbindung der drei Museen Holzburg, Neukirchen und Ziegenhain als eine Art „Route der Trachtenkultur“ will die neue Leiterin weiter voranbringen. „Aber mir geht es um Inhalte, nicht um Spektakel.“

Quelle: HNA

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