450 Damen trafen sich beim Reformationsfrauentreffen in Schwarzenborn

Musik ist eine Botschaft

Quell des Glaubens: Unter dem Motto „Ich sing dir mein Lied“ stand in diesem Jahr das Reformationsfrauentreffen in Schwarzenborn. Hier das Organisationsteam. Foto: Rose

Schwarzenborn. Lieder begleiten durchs Leben. Sie sind Ausdruck von Freude und Trauer, von Gefühlen, ja ganzer Bewegungen: Musik war auch in der Reformation ein gewichtiges Gut. Denn Martin Luther setzte seine theologischen Erkenntnisse in Choräle um. Mehr über das Thema Reformation und Musik erfuhren am Mittwoch und am gestrigen Donnerstag etwa 450 Frauen in der Kulturhalle Schwarzenborn. Das Reformationsfrauentreffen des Kirchenkreises stand unter dem Motto „Ich sing dir mein Lied“.

Vorbereitet wurden die Treffen von einem Team um Pfarrerin Gloria Dück, Frauenbeauftragte im Sprengel Hersfeld und Pfarrerin Karin Schwalm. In den szenischen Darstellungen zu sehen waren Marie Surhoff, Ursel Kister, Bärbel Weber, Monika Stein, Ilona Riess, Erika Schneider, Edda Broschek, Elfriede Keim und Helga Flesner.

Viele Akteure

Für Musik sorgten die Bläser unter der Leitung von Bezirkskantor Fritz Falk-Rolke. Bereichert wurden die Treffen von örtlichen Chören, vom Damensingkreis Obergrenzebach/Seigertshausen, dem Landfrauenchor aus Ziegenhain, vom Projektchor der Kirchenchöre Merzhausen und Schrecksbach sowie dem Damensingkreis Spieskappel und von den Kirchenmäusen aus Treysa.

Wie wichtig Musik für die Reformation war, erläuterte Dekan Christian Wachter: „Luther war mutig. Er bediente sich Volksliedweisen, die jeder mitsingen konnte, um seine reformatorische Botschaft zu verbreiten.“

Alte Werke

Denn eines sei sicher: „Beim Singen lernt man eine Botschaft viel leichter.“ Als sein Lieblingslied stellte Wachter das 900 Jahre alte Werk „Verleih uns Frieden gnädiglich“ vor.

Musik spiele aber auch eine wichtige Rolle in der Verkündigung, erklärte Gloria Dück. „Es geht immer darum weiter zu sagen, dass Gott für uns da ist.“ Deshalb gehöre das Singen zum Glauben dazu.

Gesang sei urbiblisch, sagte die Pfarrerin. Berühmt seien etwa die Lobgesänge Hannas und später die der Maria und des Simeon. Psalmen erwiesen sich als unversiegbare Quelle für theologische Reflexionen. Zur Hymne der Reformation wurde das Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“. Auch Bläser seien in vielen Gemeinden das Herz der Kirchenmusik.

Gesangbuch ist wichtig

Auch schon zu Luthers Zeiten wurde Bläsermusik zum Lob Gottes mit einbezogen. Ursel Kister und Helga Flesner erklärten, warum das Gesangbuch einer alten Dame ausgerechnet ihr liebstes Buch ist. „Man kann darin dem Lebenslauf von der Wiege bis zu Bahre begegnen. Abgebildet wird auch der Gottesdienstablauf.“ Und so nahmen die Frauen das Kirchenjahr als Wegweiser für einen Streifzug durch das Gesangbuch.

Der Damensingkreis interpretierte Dietrich Bonhoeffers bekanntes Werk „Von guten Mächten wunderbar geborgen“. Doch auch die Gäste waren gefragt: Immer wieder dankten sie beim Singen Gott für das Geschenk der Musik.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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