Abschied: Bezirkskantor Fritz Jochen Falk-Rolke (65) geht in den Ruhestand – Umzug in der Region

Musik zum Lobe des Herrn

Am Klavier: Fritz Jochen Falk-Rolke betreute als Bezirkskantor 20 Jahre lang die Gemeinde Neukirchen sowie den Kirchenkreis Ziegenhain. Foto: Rose

Neukirchen. Manche Menschen loben Gott mit Worten, Fritz Jochen Falk-Rolke tut dies mit Musik: Seit 20 Jahren ist er Bezirkskantor im Kirchenkreis Ziegenhain. Ende April geht der 65-Jährige in Ruhestand.

Der aus Norddeutschland stammende Falk-Rolke erinnert sich noch genau an seine ersten Schritte in Neukirchen, wo er neben dem Kirchenkreis auch eine Gemeinde musikalisch betreut hat. „Als ich zum Bewerbungsgespräch fuhr, musste ich die Gegend erstmal auf der Landkarte suchen.“

Heute kennt er den Kirchenkreis gut: „Der ist groß. Manche Randgebiete sind manchmal zu kurz gekommen“, sagt er. Als Falk-Rolke die Stelle 1993 antrat, fand er zwar gewachsene Strukturen, aber auch manch musikalisches Brachland vor: „Die Stelle war drei Jahre vakant. “ Zuletzt war Falk-Rolke als Kirchenmusiker in Bremen tätig gewesen. Am Knüll erwarteten ihn unter anderem die Mitglieder des Kirchen- und des Posaunenchores. Die Leitung der Sänger hatte Ewald Dilling, die Bläser waren froh um jede Unterstützung.

„Ein Kantor kümmert sich vor allem um die Ausbildung der Organisten und betreut die Gemeinde in musikalischen Fragen“, erläutert Falk-Rolke. Neu gründete der Kirchenmusiker einen Kinderchor. Im vergangenen Jahr zerbrach der. „Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist schwerer geworden. Das ist auch den schulischen Anforderungen geschuldet“, sagt der 65-Jährige.

2005 übernahm Falk-Rolke die Leitung des Neukirchener Kirchenchores. Eng arbeitete er im Bereich der Bläserausbildung mit dem Landesposaunenwart Ulrich Rebmann zusammen.

Mit den Schwälmern habe er nie Probleme gehabt: „Auch den Norddeutschen sagt man ja nach, dass sie ein bisschen schwierig sind.“ Der Kirchenmusiker bezeichnet sich selbst als Klassiker: „Klar, auch ich musste mich auf neue Lieder im Gesangbuch einstellen“, erklärt er. Zu Popmusik sagt er: „Hören tue ich die ganz gut, ob ich die aber auch gut spielen kann, weiß ich nicht.“ Die Kirchenmusik habe sich verändert. Das werde vor allem auf Kirchentagen stark transportiert.

Impulse für neue Kirchenmusik seien Anfang der 1960er-Jahre von einem Wettbewerb ausgegangen: Damals schrieb Martin Gotthard Schneider „Danke für diesen guten Morgen“ – es zählt heute zu den ältesten und bekanntesten Vertretern der neuen geistlichen Lieder. Falk-Rolke ist überzeugt: „Ich habe einen schönen Beruf.“

In der Region werde er vorerst bleiben: „In den Chören mitsingen und spielen.“ Er plant, nach Treysa zu ziehen: „Um weniger mit dem Auto und mehr mit der Bahn fahren zu können.“ Die Liebe zur Musik teilt er mit seinen drei Töchtern: „Wir sind ein gutes Bläserquartett“, sagt Falk-Rolke. Langweilig werde es ihm nicht: „Das Klavier zieht doch mit um.“

• Festgottesdienst und Verabschiedung am Sonntag, 28. April, 17 Uhr, in der Nikolaikirche Neukirchen

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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