Einhalten und nachdenken – Wort und Musik samstags zur Mittagszeit

Musik und Meditation im Dom

Setzte Akzente: Domorganist Gunter Hehenkamp bei der Meditation Wort und Musik im Fritzlarer Dom. Foto: Auerbach

Fritzlar. Langsam verklang das Glockenläuten des St.-Petri-Doms. In den Bänken des Gotteshauses hatten sich 20 Besucher versammelt. Manche kamen später, andere gingen wieder.

Im Pianissimo begann Domorganist Gunther Hehenkamp sein Spiel an der Klais-Orgel. Mit der „Sonate A-Dur“ von Felix Mendelssohn Bartholdy eröffnete er die 15-minütige Meditation, die aus kurz gefassten Texten und klassischen Musikstücken bestand.

Doris Diederich, eine pensionierte Lehrerin, saß zwischen den Besuchern. Von der Lautsprechanlage verstärkt, gut verständlich und mit angenehmer Stimme, trug sie Texte vor, die sie selbst zusammenstellte. Sie befassten sich mit der Bedeutung des bevorstehenden Christkönigsfests.

Am Ende des Kirchenjahres angekommen, erinnerte sie an bedeutende Ereignisse. Zwischen ihren Überlegungen spielte der Domorganist ein „Andante tranquillo“ und eine „Improvisation“.

Machtvoll ließ er zum Ende der Meditation die Orgel jubilieren. Einzelne Besucher verharrten, den Kopf gesenkt und wohl ihren Gedanken nach hängend. Andere erhoben sich, gingen umher und bestaunten die Gewölbebasilika. Und man sah jemand, der zur Pfeiler-Madonna ging und eine Kerze anzündete.

Alfred Matthäi, der ehemalige Domküster, ist oft bei der Meditation anwesend. Er sagte: „Es ist eine Viertelstunde, in der ich Ruhe und Besinnung finde“. Eine Besucherin, die den Dom gerade verließ, war berührt und sagte: „Wunderschöne Musik und die Möglichkeit, mal still zu werden und kurz in sich zu gehen“.

„Wort und Musik um Zwölf“, meditative 15 Minuten, gibt es seit Advent 2011, samstags ab 12 Uhr im St.-Petri-Dom in Fritzlar. Wegen der Domrenovierung fanden die Betrachtungen zunächst in der Krypta statt. Der Domorganist ist in der Regel ständig gefordert. Als Vortragende wechseln sich fünf Gemeindemitglieder ab und sorgen für abwechslungsreiche Textideen.

Von Michael Auerbach

Quelle: HNA

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