Konzert gab Einblicke in die Welt des Komponisten Franz Schubert

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Gute Abstimmung zwischen Musik und Rezitation: Susanne Herrmann, Berthold Mayrhofer und Julia Reingardt (v.l.) beschäftigten sich in der Zierenberger Stadtkirche mit Franz Schubert.

Zierenberg. Ein Trio beschäftigte sich am Mittwoch im Konzert des Zierenberger Kulturforums mit Franz Schubert. Zu hören waren Sonaten für Violine und Klavier und Briefe des Komponisten aus den Jahren 1816 und 1817.

Es geht nicht immer gut, wenn Musik und Texte in einer Veranstaltung vorgetragen werden. Wenn etwa das Konzert zu einem musikwissenschaftlichen Seminar wird, oder sich die Rezitation vor die Musik drängt und die Aufmerksamkeit des Publikums zu stark auf sich zieht. Anders ist das bei Susanne Herrmann (Violine), Julia Reingardt (Klavier) und Berthold Mayrhofer (Rezitation). Das Trio beschäftigte sich am Mittwoch im Konzert des Zierenberger Kulturforums mit Franz Schubert. Zu hören waren Sonaten für Violine und Klavier und Briefe des Komponisten aus den Jahren 1816 und 1817.

Durch fließende Übergänge zwischen Text und Musik gelang den drei Musikern in der Stadtkirche eine kunstvolle Einheit der beiden Ausdrucksarten. Die Briefpassagen des Komponisten waren geschickt ausgewählt, sie erlaubten Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt des Komponisten, ließen die Lebens- und Arbeitssituation Schuberts im Jahr 1816 immer wieder erahnen und waren dabei noch literarisch unterhaltsam.

Berthold Mayrhofer versetzte sich einfühlsam und engagiert bis hin zur dosierten Andeutung des Wiener Akzents in die Rolle des Franz Schubert. Nahezu übergangslos übernahmen Susanne Herrmann und Julia Reingardt dann die Stimmung der Briefe in ihr Spiel, nahmen jeweils die beiden ersten Sätze der in Moll gehaltenen Sonaten opus 137 Nr. 1 und 2 mit ernster Ruhe. Nachdem Schubert dann sehr deutlich gemacht hatte, was er von der Mode, keine Menuette mehr zu komponieren hielt, erklangen die Menuettsätze in geradezu trotziger Frische.

„Immer nur Tänze und Lieder“ verlange man von ihm, als Komponist größerer Formen fühle er sich nicht ernst genommen, beklagte sich Schubert im Jahr 1816. Mit der A-Dur-Sonate bestätigten Herrmann und Reingardt seine Kritik an der Wiener Gesellschaft. Virtuoser als die vorangegangenen Sonaten aber in ähnlichem Tonfall ließen sie Schubert als großen Gestalter von Melodie, Harmonik und Form zur Geltung kommen. Langer Beifall in der Stadtkirche für Musik, Textvortrag und ein gelungenes Konzept. (zlö)

Quelle: HNA

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