Das Jugendzupforchester Hessen begeisterte beim Konzert in der Stadtkirche

Musikalische Reise um die Welt

Mitreißende Klänge: Sabine Geis (links) dirigierte das Jugendzupforchester Hessen in der Stadtkirche Treysa. Foto: Heist

Treysa. Mit auf eine Reise durch die Musikgeschichte nahm das Jugendzupforchester Hessen seine Gäste in der Treysaer Stadtkirche. 60 Konzertbesucher genossen die ruhige Atmosphäre der Kirche. Andächtig lauschten sie den Klängen bekannter und weniger bekannter Komponisten aus England, Wales, Norwegen, Polen, Finnland, Deutschland und Südamerika.

Die Kirchenbesucher tauchten ein in die Klangwelt von Mandoline, Mandola, Gitarre, Kontrabass und Percussion und ließen sich von dem auf hohem Niveau aufspielenden Ensemble und dessen Spielfreude und musikalischer Präzision elektrisieren.

Im ersten Teil des eineinhalbstündigen Programms bot das Orchester klassische Werke dar. Unter der Leitung von Sabine Geis, die charmant und locker durch das Programm führte, spielten die 21 Musiker im Alter von 14 bis 26 Jahren Bearbeitungen für Zupforchester. Den Auftakt machte der erste Satz einer „Symphony“ von William Boyce, gefolgt von „Solvejgs Lied“ aus der zweiten „Peer Gynt-Suite“ von Edvard Grieg. Folkloristische Einflüsse flossen in eine „Mazurka“ von Frédéric Chopin mit ein. Mit Jean Sibelius’ „Valse Triste“ eroberten melancholisch-sehnsuchtsvolle Klänge den kühlen, sakralen Raum. Den Höhepunkt des ersten Teiles bildeten „Vier unernste Lieder“, eine Komposition für Zupforchester von Antonius Streichardt zu Gedichten von Joachim Ringelnatz. Zur großen Freude des Publikums übernahm die junge Solistin Anne Matthiesen den Gesangspart und gab überzeugend eine Kostprobe ihres Könnens.

Temperamentvoll präsentierte sich das Ensemble nach der Pause. Karl Jenkins „Palladio“ bot eine dynamisch-kraftvolle Eröffnung, die mit Hartmut Klugs „Woyzeck Tangos“ eine einnehmend melodiöse Fortsetzung fand. Ausstrahlung und Begeisterung der Dirigentin übertrugen sich auf die Musiker und die Konzertbesucher, die sich an den südamerikanischen Rhythmen von „Manhã de Carnaval“, einem Stück des Brasilianers Luiz Bonfá, ebenso erfreuten wie an Stefano Squarzinas „Samba“. Begeisterungsstürme erntete eine vierköpfige Jugendzupforchester-Combo, die sich ausgehend von Carlos Santanas „Samba Pa Ti“ mit einer Latin-Jazz-Improvisation in die Herzen der Zuhörer spielte.

Mit stürmischem, zum Teil stehendem Applaus quittierte das Publikum die Leistung des Ensembles, das auf Einladung des Zupforchesters Schwalmstadt in Treysa gastierte und sich mit einem Musical-Medley als Zugabe verabschiedete.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

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