Capella Antiqua Melsungen sang geistliche Vokalmusik in der Stadkirche Melsungen

Musikalisches Gottvertrauen

Capella Antiqua Melsungen: Der Kammerchor mit Solistin Mechthild Seitz vorn in der Mitte. Foto: Dürr

Melsungen. Herr, ich traue auf Dich - unter diesem Motto stand das Konzert der Capella Antiqua Melsungen in der Melsunger Stadtkirche. Als Solistin war Mechthild Seitz (Alt) zu hören, die von Bezirkskantor Christian Fraatz an der Orgel begleitet wurde.

Unerschütterlicher Glaube, der sich in Musik ausdrückt, prägte die ausgewählten Werke, die Psalmvertonungen, Texte aus dem neuen Testament und geistliche Gedichte zum Inhalt hatten. Es waren Komponisten zu hören, die sich durch ihre Kunst im Umgang mit der Sprache auszeichnen. Der Chor sang A-cappella-Werke von Heinrich Schütz (1585-1672) und Hugo Distler (1908-1942). Schütz gilt als Meister darin, Textinhalte in Musik umzusetzen. Distler orientiert sich in seinen Kompositionen am Frühbarock, den er harmonisch in moderne Form bringt.

Passend zur Chormusik die Soli von Mechthild Seitz.

Antonín Dvorák (1841-1904) hat in seinen Biblischen Liedern einfühlsam die Deutung der Worte auskomponiert, die ein selbstverständliches Gottvertrauen ausdrücken.

Von Sifrid Karg-Elert (1877-1933) erklangen religiöse Stimmungsbilder: schlicht komponiert, ganz dem Text Raum gebend.

Das Konzert, unter der Leitung von Christan Fraatz, beeindruckte rundum in seiner musikalischen Darbietung. Klare Sopranstimmen, die nur selten leichte Trübungen in den Höhen zeigten. Durchsichtiger Gesang, beweglich, homogen und von vielseitigen Dynamikmöglichkeiten geführt. So kamen die unterschiedlich strukturierten Motetten von Schütz und die Reibungen bei Distler schön zum Ausdruck. Von optimistischer Freude über zuversichtliche Gewissheit bis zu klagenden Bitten verstand der Chor, die Stimmungen der Texte in den Raum zu tragen.

Die schöne Altstimme von Mechthild Seitz wurde vom virutosen Orgelspiel Fraatzs getragen. Sie begann ihren Beitrag mit „Ein Neues Lied will ich Dir singen“ (aus Psalm144 und 145) von Dvorák, das lebhaft auf der Orgel begleitet wird und tänzerisch, fröhlich fast an eine Drehorgelweise erinnert. Innig, strahlend schön und ausdrucksstark die von ihr dargebotenen Lieder von Dvorák und Karg-Elert.

Sowohl die Solistin als auch der Chor zeichneten sich durch eine gute Textverständlichkeit aus, die auch in den verschlungenen polyphonen Stimmen bei Schütz nie verlorenging. Mit herzlichem Applaus bedachte das Publikum die Sänger und Sängerinnen. (zad)

Quelle: HNA

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